Forschungsausschuss: Koch-Mehrin macht nun doch einen Rückzieher

Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin hat Pläne, sich künftig im Forschungsausschuss des EU-Parlaments zu engagieren, aufgegeben. Zuvor gab es heftige Kritik auch aus den eigenen Reihen.

Erst Mitte Juni hatte Koch-Mehrin ihren Doktortitel verloren. Die Universität Heidelberg fand insgesamt 120 Stellen, an denen die FDP-Politikerin sich „fremdes geistiges Eigentum angeeignet und als das eigene ausgegeben“ hat. Wenige Tage vor Bekanntwerden war sie von allen politischen Ämtern zurückgetreten.

Ihren Plan, sich fortan im Forschungsausschuss des EU-Parlaments zu engagieren, gab die 40-Jährige nun ebenfalls auf. Der Fraktionsvorsitzende der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa, Guy Verhofstadt, der FDP-Vorsitzende im Europaparlament, Alexander Graf Lambsdorff, sowie der FDP-Parteivorsitzende, Philipp Rösler, seien bereits informiert.

Plagiate sind kein Kavaliersdelikt

Die Entsendung als Vollmitglied in den Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie hatte nicht nur parteiintern, sondern auch von wissenschaftlicher Seite für heftige Kritik gesorgt. Die Allianz der großen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland reagierte entrüstet: „Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten sind alles andere als ein Kavaliersdelikt. Deshalb hält die Allianz es für nicht akzeptabel, wenn Frau Koch-Mehrin im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments Deutschland vertritt.“

Wie ihr Büro mitteilt, werde sie in einen anderen Parlamentsausschuss wechseln und weiter an wirtschaftspolitischen Themen arbeiten.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.