Namensänderung: Armenischer Komponist Cenk Taşkan umgeht die Zensur

Cenk Taşkan alias Majak Toşikyan gilt als einer der führenden Figuren in der türkischen Musikszene. Seit gut 40 Jahren ist er im Geschäft. Aus politischen Gründen hat er einst seinen Namen geändert.

Im Laufe seiner Karriere, die er in den 60er Jahren als Gitarrist begann, hat der Songwriter mit unzähligen bekannten Stars gearbeitet, darunter Nükhet Duru, Hümeyra, Sezen Aksu, Tanju Okan, Aşkın Nur Yengi und Nilüfer. Zuletzt arbeitete er am Album von Sibil Pektorosoğlu, das in Armenien veröffentlicht wurde.

Noch in jungen Jahren zog es ihn mit seiner Familie weg aus Istanbul in Richtung Kanada zu Verwandten. Die Lage in der Heimat sei zunehmend gefährlich geworden. Sein kleiner Sohn wäre bei einem Bombenattentat unweit des Schulbusses beinahe getötet worden. Erst nach 16 Jahren kam er 1997 in die Türkei zurück. Er erzählt: „Hätte ich zu jener nicht meinen Namen geändert, wäre meine Arbeit von TRT zensiert worden.“ Als er begonnen hätte, seine Songs an den Sender zu schicken, der diese wiederum für Dokumentationen und ähnliches verwendete, änderte er seinen Namen, um seinen Freunden keinen Ärger zu verursachen. Nichts sollte auf sie zurückfallen. Die Zeiten seien hart gewesen. Die Interpreten Nükhet Duru und Mehmet Teoma wurden wegen ihres Songs „Give flowers to children, not guns“ sogar für zwei Tage in Gewahrsam genommen. Angeblich hätten sie kommunistische Propaganda verbreitet.

Taşkan sorgt sich um die türkische Pop-Szene

Heute, so erklärt Taşkan, sei das alles kein Thema mehr. Jetzt komponiere er sogar für TRT. Der Künstler ist optimistisch: „Heutzutage sind die Leute weniger an deiner Identität als an der Qualität deiner Arbeit interessiert. Das ist ein beachtlicher Fortschritt für dieses Land.“ Dennoch, übt er auch Kritik am Status quo. Der Autor von mehr als 300 Songs ist unzufrieden mit der Situation der türkischen Popmusik. Die Qualität der Arbeit sei mangelhaft und es gäbe viel zu viele absurde Projekte, die allein aus finanziellen Gründen umgesetzt würden. „Das macht mich sauer. Die selben Sachen werden wieder und wieder wiederholt.“ Früher haben die Leute Musik aus der ganzen Welt gehört. Jetzt entstünde ein eigener türkischer Style, der nichts Neues mehr hervorbringe.

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