EHEC: Erreger löst Darm-Ischämie bei Erwachsener aus

Ein Krankheitsverlauf, der bisher nur bei Kindern beobachtet wurde, ist jetzt bei einer 80-Jährigen Patienten in Münster aufgetaucht. Die Frau ist an einer ischämischen Kolitis erkrankt, und zwar ohne dass es zu einem HUS gekommen wäre.

„Mit Bauchschmerzen, Diarrhö und geblähtem Abdomen kam sie in die Raphaelsklinik. Leukozyten, C-reaktives Protein und Laktat waren massiv erhöht, Ultraschall und CT ergaben Aszites und Kolonverdickungen“, beschreibt die Ärzte Zeitung die Komplikation bei er betagten Dame.

Nach einer Darmspiegelung und einer endoskopischen Untersuchung erhärtete sich der Verdacht auf eine Ischämie, eine Minderdurchblutung eines mehr oder weniger großen Darmabschnitts. In der sofort durchgeführten Operation entfernten die Ärzte linksseitig etwa ie Hälfte des Dickdarms. Der pathologische Befund danach lautete: „ausgedehnte Nekrosen“, das heißt, eine Menge Gewebe im Darm der Patientin war abgestorben.

Einzige Krankheitsgeschichte dieser Art bei Erwachsenem

Zum weiteren Krankheitsverlauf schildern die Ärzte: „Labortests auf den Ausbruchsstamm verliefen positiv. In den folgenden Tagen traten bei der Patientin neurologische Symptome auf mit Verlangsamung, Orientierungsstörungen, Aphasie, Apraxie und Myoklonien der Beine, ein HUS aber blieb aus.“ Eine ischämische Kolitis durch EHEC war den Medizinern bisher nur bei Kindern bekannt. Diese Krankengeschichte sei die bisher einzige bei einem Erwachsenen.

Die EHEC-Epidemie hält Deutschland bereits seit Wochen in Atem. „Es ist erstaunlich, dass im 21. Jahrhundert in einem hoch entwickelten Land eine Massenepidemie durch Lebensmittel auftritt“, erklärte kürzlich der Wiener Nephrologe Professor Wilfried Druml anlässlich einer Sondersitzung bei der Jahrestagung der deutsch-österreichischen Gesellschaften für Intensivmedizin. Die große Welle ist nun aber offenbar abgeebbt. Das Robert Koch-Institut (RKI) spricht in den letzten Tagen von Fallmeldungen „auf deutlich niedrigerem Niveau als zuvor“. Auch laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind die Fahlzahlen „deutlich zurückgegangen“. Wie es allerdings zu dem Ausbruch gekommen ist, bleibt weiterhin unklar.

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