Löst Iran die Türkei als regionale Großmacht ab?

Konkurrenz für die Türkei: Nach dem Abzug der US-Truppen hat der Iran eine diplomatische Offensive begonnen. Präsident Ahmadinedschad möchte Pakistan, Afghanistan und den Irak zu einer neuen politischen Achse zusammenführen.

Die Präsidenten von Afghanistan, Hamid Karsai, und Pakistan, Asif Ali Zardari,
reisten kürzlich zu einer zweitägigen Anti-Terrorismus-Konferenz nach Teheran, um dort gemeinsam unter anderem über die Zukunft Afghanistans nach dem Abzug der NATO-Truppen zu beraten. Zuvor hatte Karzai die Ankündigung von US-Präsident Barack Obama begrüßt, der am vergangenen Mittwoch ankündigte, in den nächsten 15 Monaten 33.000 Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Bis zum Jahrensende sollen zudem 45.000 US-Militärs aus dem Irak verschwinden.

Erklärung gegen „ausländischen Interventionen“

Der Iran warf den Vereinigten Staaten und den westlichen Verbündeten vor, mit ihrer Militärpräsenz die Sicherheitslage in Afghanistan und im Irak zu verschlimmern. Jetzt haben der Iran, Afghanistan und Pakistan, die abseits der Konferenz ein Dreier-Treffen abhielten, vereinbart, geschlossen gegen „Terrorismus, Extremismus und Militarismus“ vorzugehen. Ohne die Einmischung von außen. Sie verabschiedeten eine gemeinsame Erklärung, in der sie sich gegen alle „ausländischen Interventionen“ in der Region stellen. Diese verstießen ihrer Meinung nach gegen „den Geist des Islam und gegen die Traditionen des Friedens in der Region und gegen die Interessen ihrer Völker“. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad warf den USA darüber hinaus vor, das Attentat auf das World Trade Center am 11. September 2001 weltweit zur Durchsetzung der eigenen Interessen „auszunutzen“. Mit dem Präsidenten Iraks, Dschalal Talabani, wurde darüber hinaus ein Protokoll unterzeichnet, das die Räumung des Lagers Aschraf nahe Bagdad vorsieht. Dort sind mehr als 3000 oppositionelle iranische Volks-Mudschaheddin interniert.

Am zweitägigen Gipfel nahmen Vertreter von rund 80 Staaten und internationalen Organisationen teil. Die USA wollten das Treffen bisher nicht kommentieren. Afghanistan, Pakistan und der Iran vereinbarten ein weiteres Treffen im nächsten Jahr in Islamabad.

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