Gewalt in der Türkei eskaliert: Ein Soldat getötet, drei schwer verletzt

In der Nacht auf Montag wurde an der Grenze zum Iran ein türkisches Militärfahrzeug durch PKK-Mitglieder attackiert. Ein weiterer Vorfall ereignete sich an der Schwarzmeerküste. Dort explodierte eine ferngesteuerte Landmine. Kurz zuvor hat PKK-Chef Öcalan bereits vor einem Bürgerkrieg gewarnt.

Der Angriff auf das Militärfahrzeug aus einem Hinterhalt, bei dem der Unteroffizier Erkan Durukan ums Leben kam, ereignete sich in der Nähe der Stadt Saray, in der Provinz Van. Zwei der drei dabei verletzten Männer befinden sich in einem ernsten Zustand.

Bei einem zweiten Anschlag, der sich in der Schwarzmeerprovinz Ordu ereignete, wurden zwei Beamte verwundet als eine ferngesteuerte Landmine, die, wie man annimmt, von PKK-Anhängern platziert wurde, am Sonntagabend in der Nähe eines Militärkomplexes in die Luft flog. Die Opfer befinden sich noch immer in medizinischer Behandlung.

Beide Anschläge werden in Zusammenhang mit der Entscheidung des Obersten Wahlausschusses (YSK) gesehen, der den neugewählten kurdischen Abgeordneten Hatip Dicle disqualifiziert hat. Daneben wurde fünf weiteren Kandidaten eine Freilassung aus dem Gefängnis verwehrt. Der Vorgang wird von der kurdischen Partei BDP, dessen Mitglieder befürchten, dass sich dadurch die Spannungen im von Kurden dominierten Südosten des Landes verschärfen könnten, massiv kritisiert.

Öcalan: Lösung der Kurdenfrage hat oberste Priorität

Die beiden Attacken kamen zudem unmittelbar nach der Warnung des kurdischen Rebellenführers Abdullah Öcalan, der am Sonntag durch seine Anwälte erklären ließ: „Wir haben jetzt zwei Optionen, es kann nun entweder eine politische Lösung oder einen ‚revolutionären Volkskrieg‘ geben.“ Die Entscheidung des Wahlausschusses bezeichnete er als „konspirativ“. Die praktische Lösung der Kurdenfrage müsse jetzt oberste Priorität haben. Die Regierung wüsste, was zu tun sei. Falls das nicht geschähe, würden die Menschen den Weg des Revolutionskriegs einschlagen.

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