Teheran: Unsere Raketen können die Türkei und Israel treffen!

Während das diplomatische Ringen um Syrien weitergeht und die USA und Israel voll auf die Türkei als Vermittler setzen, präsentiert der Iran seine neuesten unterirdischen Raketensilos.

Am Montag begann die iranische Armee ein Manöver mit dem Namen „Prophet 6“. In diesem Zuge wurden im iranischen Staatsfernsehen auch unterirdische Raketensilos präsentiert. Ein Armeesprecher sagte, damit seien die Raketen der Iraner besser gegen „zionistische“ Angriffe geschützt. Die Reichweite der Raketen sei ausreichend, um alle Länder in der Region zu bedrohen. Das Spektrum reicht von Afghanistan bis zur Türkei. In Afghanistan wittern die Iraner Morgenluft, weil sich durch die Kriegsmüdigkeit der Amerikaner ein Machtvakuum ergeben könnte. Die Türkei wurde am Montag schon mal sicherheitshalber ausdrücklich bedroht: Sollte ein Angriff auf Syrien von der Türkei oder über die Türkei erfolgen, werde der Iran US- und Nato-Stützpunkte in der Türkei bombardieren. Diese Ankündigung einer libanesischen Zeitung folgte nun die Präsentation der Waffen und Silos.

Die Amerikaner und Israelis beraten unterdessen intensiv mit der Türkei, wie man das syrische Problem lösen könne. Verschiedene Medien berichten, dass man der türkischen Argumentation folge: Wegen der Blockade der BRIC-Staaten sei eine UN-Resolution nicht zu erreichen. Daher sei es vernünftiger, den Druck auf Baschar al Assad zu erhöhen und ihn zu nachhaltigen Reformen zu zwingen.

Diese türkische Position hatten sowohl Premier Erdogan, Präsident Gül und Außenminister Davutoglu in den vergangenen Tagen nachdrücklich öffentlich gemacht. Die Türken gehen davon aus, dass ein Syrien ohne Assad die Instabilität im Nahen Osten erhöhen würde. Inwieweit die Freundschaft von Erdogan mit Assad eine Rolle spielt, bleibt offen.

Klar ist jedoch, dass die Türkei den iranischen Hegemonialbestrebungen kontern möchte. Altgediente Militärstrategen haben in diesem Zusammenhang ein deja-vu: In den 1960er Jahren gelang es einem Bündnis der Türkei, Jordaniens und Saudi-Arabiens Syrien aus der Umklammerung mit Ägypten zu lösen. Unter Nasser waren die Ägypter damals Israels Todfeind Nummer 1.

Nun muss für Syrien eine Lösung gefunden werden, die zu Reformen führt – und nicht das Land geradewegs in die Arme der Iraner treibt. Da muss dann schon mal auch die militärische Drohgebärde aus dem Arsenal geholt werden: Nach der türkischen Ankündigung, notfalls den Syrern auch militärisch entgegenzutreten, war die Lage an der syrisch-türkischen Grenze am Dienstag ruhig. Die Vorstellung, sich auf eine militärische Konfrontation mit der Nato einzulassen, dürfte selbst die iranische Kriegslust im Moment noch übersteigen.

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