Groß, stark und promoviert: Die Klitschko-Brüder passen in kein Klischee

Das Muskelspiel, das sich Wladimir Klitschko und sein Gegner David Haye wenige Tage vor dem großen Kampf in der Hamburger Imtech-Arena liefern, entspricht ganz dem Gebaren, wie es von Boxern erwartet wird. Für manche Zuschauer ist das jedoch nicht stereotyp genug.

Den großen Kampf am Wochenende will der 30-jährige Brite David Haye unbedingt gewinnen. Für den Herbst hat er angekündigt, nach 13 aktiven Jahren seine Boxhandschuhe endgültig an den Nagel hängen zu wollen. Sein Landsmann Amir Khan will das jedoch nicht gelten lassen.

Der Boxer pakistanischer Abstammung ist WBA-Weltmeister im Halbweltergewicht und verbringt die Hälfte des Jahres in den USA. Dort sieht er auch Hayes Zukunft. Im Gegensatz zu deutschen Boxern würden britische Athleten in den Vereinigten Staaten seiner Erfahrung nach höher angesehen. Gemeinsam könnte man die hiesige Box-Szene bereichern und den Amerikanern, die den Boxstil der Briten lieben würden, zeigen, wie hervorragend die britischen Sportler seien. Er ist sich sicher: „Ein, zwei Kämpfe und Amerika macht David zum Star.“

Klitschko-Brüder glänzen mit Doktortitel

Was bei Haye funktionieren könnte, gestaltet sich bei den Klitschko-Brüdern offensichtlich schwerer. Die beiden gebürtigen Ukrainer brechen mit so ziemlich jedem Klischee, das amerikanische Zuschauer in puncto Boxsport besitzen. Beide haben an der Pädagogischen Universität Hryhorij Skoworoda in Perejaslaw-Chmelnyzkyj Sportwissenschaften und Philosophie studiert und dort auch einen Doktortitel erworben. Als ob das noch nicht reichen würde, sprechen die beiden Boxer auch noch vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Ukrainisch und Russisch. Ihre geistige Schlagkraft demonstrieren die Brüder zudem als herausragende Schach-Spieler.

Wladimir hat einen rechten Haken wie sonst kein zweiter auf der Welt. Gut 85 Prozent aller Siege errang er durch ein K.O. seines Gegners. Noch immer nehmen sich er und sein älterer Bruder Vitali, der mit 88,6 Prozent die höchste bisher je erreichte Knockout-Rate hält, Zeit, um ihre Gegner mit kurzen linken Schlägen zu schwächen bevor sie mit kraftvollen Stößen über sie hereinbrechen.

Schneller, risikoreicher Kampf in den USA beliebt

In den USA bevorzugen die Zuschauer Boxer wie zum Beispiel Mike Tyson. Er geht viel risikoreicher und schneller an einen Fight heran. Das europäische Publikum ist hier anders. Sie mögen die Klitschkos genau wegen ihres Andersseins im Ring. Denn sie geben sich auch im Kampf virtuos und spielen mit ihren Faustschlägen Schach.

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