Ist Wladimir Klitschko zu intelligent für einen Boxer?

Das haben die Klitschko-Brüder nun wirklich nicht verdient: Vor dem Fight gegen David Haye meldet eine amerikanische Zeitung Zweifel an der Klasse der beiden Boxer an: Sie seien zu intelligent, um in dieser Sportart wirklich erfolgreich zu sein.

Was bei Boxern wie dem New Yorker Mike Tyson absolut funktionieren würde, das gestalte sich bei den Klitschko-Brüdern offensichtlich schwerer. Wie das Wall Street Journal analysiert, sind die beiden Sportler offenbar zu intellektuell für das amerikanische Publikum.

Risikoreiches „Draufhauen“ und ein schneller Fight, wie es der der ehemalige US-Skandal-Boxer bevorzugt und von den US-Zuschauern gerne verfolgt wird, das ist so gar nicht das Ding von Wladimir und Vitali. Die beiden gebürtigen Ukrainer entziehen sich so ziemlich jedem Klischee, das in den USA in puncto Boxsport herrscht. Beide haben an der Pädagogischen Universität Hryhorij Skoworoda in Perejaslaw-Chmelnyzkyj Sportwissenschaften und Philosophie studiert und dort auch promoviert. Daneben sprechen die beiden Boxer auch noch vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Ukrainisch und Russisch. Als herausragende Schach-Spieler demonstrieren sie außerdem auch ordentlich geistige Schlagkraft.

Keine schnellen Schläge – die Klitschkos fighten mit Strategie

Nichtsdestotrotz, dei sportlichen Fähigkeiten der Brüder sind beinahe unübertroffen. Wladimir schlägt einen rechten Haken wie sonst kein zweiter auf der Welt. Gut 85 Prozent aller Siege errang er durch ein K.O. Dabei lassen es die Klitschkos durchaus gemächlich angehen: Noch immer nehmen sich er und sein älterer Bruder Vitali, der mit 88,6 Prozent die höchste bisher je erreichte Knockout-Rate hält, viel Zeit, um ihre Gegner mit kurzen linken Schlägen zu schwächen bevor sie mit kraftvollen Stößen zuschlagen. Was den Amerikanern zu langweilig und zu durchdacht erscheint, kommt beim europäischen Publikum ausgesprochen gut an: Sie mögen die Klitschkos genau wegen ihres Andersseins im Ring. Denn sie geben sich auch im Kampf virtuos, eben wie bei einer Schachpartie.

Hat David Haye eine zweite Chance in den USA?

Vielleicht könnte es Wladimier Klitschkos Gegner David Haye leichter gelingen, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Fuß zu fassen. Den großen Kampf am Wochenende will der 30-jährige Brite unbedingt gewinnen. Für den Herbst hat er schon jetzt angekündigt, seine Boxhandschuhe endgültig an den Nagel hängen zu wollen. Sein Landsmann Amir Khan hat jedoch andere Pläne mit ihm.

Der Boxer pakistanischer Abstammung ist WBA-Weltmeister im Halbweltergewicht und verbringt gut sechs Monate im Jahr in den USA. Dort sieht er auch die Zukunft von David Haye. Im Gegensatz zu deutschen Boxern würden britische Athleten in den Vereinigten Staaten höher geschätzt. Sein Traum: Gemeinsam könnte man die US-amerikanische Box-Szene bereichern und den Amerikanern zeigen, wie hervorragend die britischen Sportler seien. „Ein, zwei Kämpfe und Amerika macht David zum Star“, davon ist Khan überzeugt.

Lesen Sie dazu außerdem:

Box-Duell: Klitschko und Haye eröffnen Nebenkriegsschauplatz

Box-Duell: Klitschko und Haye auf Konfrontationskurs

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.