Nach Gaddafi: Verliert die türkische Wirtschaft wichtige Deals?

Die neue libysche Regierung will alle Verträge aus der Gaddafi-Zeit auf den Prüfstand stellen. Die Türkei ist in Libyen im Baugewerbe und im Öl-Business engagiert.

Am vergangenen Mittwoch kündigte der libysche Rebellen-Rat an, dass man alle Verträge – darunter auch lukrative Ölgeschäfte, die unter Muammar al-Gaddafi unterzeichnet wurden – genauestens unter die Lupe nehmen und überall da konsequent einschreiten werde, wo man auf Korruption oder andere Unregelmäßigkeiten stoße.

Rebelleführer Mahmoud Shammam, der am Rande des Treffens einer lybischen Delegation mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Paris vor die Reporter trat, erklärte außerdem, dass man nun auch die erste internationale Finanzhilfe erhalten habe – ein 100 Millionen Dollar-Darlehen aus Katar.

Zu den Unternehmen, die mit Libyen Verträge haben, gehören unter anderem die Öl-Firmen Total, Eni, BP, Plc und Conocophillips, daneben sind noch türkische und brasilianische Baugewerbe involviert.

Türkisches Baugwerbe mit mehreren Milliarden invovliert

Die Türkei hat in Libyen Unternehmungen im Gesamtwert von mehr als 15 Milliarden US-Dollar. Die meisten befinden sich noch in der Entstehung. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern betrug im vergangenen Jahr 2,4 Milliarden US-Dollar. Der Bau-Sektor nimmt für die Türkei den größten Teil des Engagements ein.  Bauunternehmen haben hier Projekte in Höhe von gut 23 Milliarden US-Dollar.

Shammam kündigte an, dass man Firmen, die bei unlauteren Geschäften erwischt würden, das Angebot mache, sich entsprechend mit Entschädigungen an das libysche Volk zu wenden. Den Ländern, die sich bereits auf der Seite der Rebellen befänden, so deren Chef weiter, würde man zudem klaren Vorzug einräumen. „Das ist eine klare Botschaft an alle, die uns bisher nicht unterstützten und uns nicht anerkennen.“

Wie es finanziell, wirtschaftlich und militärisch mit dem gebeutelten Land weitergeht, das wird bereits am 15. Juli in der Türkei von einer internationalen Gruppe diskutiert werden. Erst am vergangenen Montag erging vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ein Haftbefehl gegen Muammar al-Gaddafi, seinen Sohn Saif al-Islam und seinen Schwager, Geheimdienstchef Abdullah Senussi.

Mehr hier.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.