Frauen-WM: Sportjournalistin aus dem Iran darf nicht ausreisen

Seit vergangenen Sonntag läuft in Deutschland die Frauenfußball-WM. Auch die iranische Sportjournalistin Maryam Majd wollte mit dabei sein. Doch die Behörden in Teheran hinderten sie an ihrer Abreise.

Bis zum 17. Juli steht die Bundesrepublik ganz im Zeichen des Runden Leders. Dass die junge Iranerin das nicht miterleben darf, sorgt hierzulande für Empörung. Markus Löning, Menschenrechtsbeauftragter der Regierung, erklärte: die Verhaftung Majds sei ein weiteres „trauriges Beispiel der Einschüchterung und Verfolgung von Frauenrechtsaktivistinnen durch das iranische Regime“. Die Fotografin und Frauenrechtlerin müsse gemeinsam mit “ allen anderen festgehaltenen Frauenrechtsaktivistinnen“umgehend freigelassen werden.

Roth sieht Verhaftung als Beleg für „herrschende Willkür“

Auch Reporter ohne Grenzen (ROG), die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) appellieren an die iranischen Behörden: „Sportberichterstattung ist kein Verbrechen. Maryam Majd wollte lediglich die Mannschafen der Frauenfußball-WM in Deutschland fotografieren. Die Behörden müssen die Journalistin umgehend freilassen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Mitglied des Kuratoriums der Frauenfußball-WM, zeigte sich entsetzt über den Vorfall: „Allein die Verhinderung der Ausreise von Frau Majd wäre ein weiterer Beleg für die im Iran herrschende Willkür und Rechtlosigkeit. Aber nach den bisher vorliegenden Informationen haben die iranischen Behörden die junge Künstlerin offensichtlich aufgrund ihrer frauenrechtlichen Aktivitäten auch verhaftet und ihrer Freiheit beraubt. Denn Frau Majds Arbeiten belegen den enthusiastischen Kampf und starken Willen von Frauen im Iran, die sich auch mit Frauenfußball und in den Stadien gegen die alltägliche und mehrfache Diskriminierung und Unterdrückung der Frauen wehren.“

Die iranischen Verantwortlichen hätten bis jetzt alles unternommen, um den iranischen Fußballerinnen die Möglichkeit der Teilnahme an internationalen Wettbewerben zu nehmen. Deswegen sei es ein perfider und zynischer Versuch, nun auch Fotografinnen und Reporterinnen aus diesem Land daran zu hindern, über die Frauenfußball-WM zu berichten.

Am 17. Juni wollte die 25-Jährige nach Deutschland reisen und somit einer Einladung der ehemaligen deutschen Nationalspielerin Petra Landers folgen. Am Abend zuvor schlugen die Beamten zu.

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