EHEC: Biomediziner arbeiten fieberhaft an „Desinfektionsmittel“

Während EU-Behörden den neuesten EHEC-Auslöser-Spuren in Richtung Ägypten hinterherjagen, arbeitet eine Arbeitsgruppe des Fraunhofer IBMT bereits seit längerem an einer alternativen Bekämpfung.

Jetzt soll also der ägyptische Bockshornklee-Samen Auslöser der EHEC-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich sein. Zu diesem Schluss kommen nun EU-Behörden. Sie haben die Lieferwege der Samen untersucht und Verbindungen zwischen einer ägyptischen Samenlieferung von 2009 zum EHEC-Ausbruch in Frankreich sowie der Export von Bockshornkleesamen aus Ägypten im Jahr 2010 und Deutschland entdeckt.

Gemeinschaftlich gehen die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA in Parma und die EU-Seuchenbehörde ECDC in Stockholm derzeit von einer Verwicklung in die EHEC-Epidemie in beiden Ländern aus. Ob es sich allerdings um die gemeinsame Ursache handle, das sei weiterhin unklar. Jetzt seien weitere Untersuchungen notwendig.

Eiweißmoleküle als Waffe gegen EHEC?

Während die Ursprünge weiter im Dunkeln liegen, ist ein Problem offensichtlich. Unter Experten ist die Debatte um Antibiotikaresistenzen und eine notwendige alternative Bekämpfung von bakteriellen Erregern ist durch die EHEC-Welle neu entflammt. Das Fraunhofer IBMT forscht seit Jahren auf diesem Gebiet. Bereits seit 2009 arbeitet eine Gruppe am Standort Potsdam-Golm an so genannten antimikrobiell wirksamen Peptiden, das sind kurze Eiweißmoleküle, die auch zur Bekämpfung und Inaktivierung bakterieller, fungaler und viraler Keime bzw. Erreger eingesetzt werden können. Im Laufe der Forschungstätigkeit konnten mittlerweile diejenigen Peptide ausgemacht werden, die in der Lage sind Bakterien und Pilze wirksam abzutöten. Daneben haben sie sich als biologisch leicht abbaubar und verträglich erwiesen.

„Das bedeutet, dass diese kurzen antibakteriell wirksamen Eiweißmoleküle auch auf Lebensmittel aufgebracht eine schützende Wirkung erzielen, ohne den Verzehr beispielsweise eines Apfels in irgendeiner Form zu beeinträchtigen – geschmacksneutral und ungiftig für Mensch und Tier“, erklärt das Institut das bisherige Ergebnis.

Ziel der Forschung sei es, ein universell einsetzbares „Desinfektionsmittel“ zu entwickeln, das lebensmittelneutral und unter Umgehung bestehender Antibiotikaresistenzen vor Infektionen durch pathogene Erreger schützte.

Mehr hier.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.