Nun also doch: Strauss-Kahn Opfer eines Komplotts?

Kehrtwende im Fall gegen den früheren Währungsfonds-Chef Strauss-Kahn: Die Staatsanwälte hegen mittlerweile erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Vergewaltigungsopfers. Möglicherweise wollte sie den Prominenten nutzen, um mit dem Skandal Geld zu verdienen.

Immer wieder gab es Spekulationen, ob der unter Hausarrest stehende Strauss-Kahn Opfer eines Komplotts geworden sei. Jetzt stellt sich heraus, dass der 62-Jährige offenbar einer Kleinkriminellen in die Hände gefallen ist.

Nach Angaben von hochrangigen Justizbeamten soll sich die Anklage wegen Vergewaltigung derzeit „am Rande des Zusammenbruchs“ befinden. Wie die „New York Times“ berichtet, hegen die New Yorker Staatsanwälte, trotz einer Spermaprobe, die offenbar identisch mit der DNA von Strauss-Kahn ist, erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Vergewaltigungsopfers. So wurden Dinge über das aus dem westafrikanischen Guinea eingewanderte Zimmermädchen bekannt, die ihre Aussagen in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Unlautere Vergangenheit des Zimmermädchens

Im Laufe der Vernehmungen in den letzten sieben Wochen soll sie sich wiederholt in Lügen verstrickt haben. Die heute 32-Jährige soll nicht nur bei ihrem Asylantrag vor neun Jahren falsche Angaben gemacht haben. Daneben gibt es offenbar Hinweise, dass die junge Frau auch in Geldwäsche und Drogenhandel verwickelt sein soll. Außerdem gebe es Anzeichen, dass sie am 14. Mai, dem Tattag, mit einem im Gefängnis sitzenden Mann über die Möglichkeit gesprochen habe, mit den Vorwürfen gegen Strauss-Kahn Geld zu machen. Dieser Mann sitzt wegen Drogenschmuggels ein und soll zudem ein ums andere Mal Geld, insgesamt rund 100.000 US-Dollar, auf ihrem  Konto „geparkt“ haben.

Drastische Reduzierung der Kaution möglich

Am Freitag soll Dominique Strauss-Kahn erneut vor Gericht zu einer Anhörung erscheinen. Obwohl die Staatsanwaltschaft zu Beginn noch von einer erdrückenden Beweislage ausging, soll sie jetzt eine drastische Reduzierung der millionenschweren Kaution, es wurden mehr als fünf Millionen Dollar hinterlegt, fordern. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Auflagen des Hausarrests gelockert würden.

Die Frau hatte angegeben, dass der Volkswirt und Diplomat sie Mitte Mai in seinem Hotelzimmer nackt überfallen und anschließend zum Oralsex gezwungen habe. Kurz darauf  hatte der bisherige IWF-Chef mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt.

Spekulationen über Hintermänner in Paris

In dem Fall hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, dass hinter der Sache die französische Politik stecken könnte. Strauss-Kahn galt als der aussichtsreichste Herausforderer für Präsident Nicolas Sarkozy. Französische Medien berichteten verschiedentlich von Plänen, Strauss-Kahn durch eine erfundene Affäre zu Fall zu bringen. Der Banker, der solchen Gerüchten durch mehrere tatsächliche Affären Vorschub geleistet hatte, hatte noch vor wenigen Monaten in einem Interview spekuliert, dass eine massive Intrige gegen ihn vorbereitet werde.

Lesen Sie außerdem:

Spermaprobe offenbar identisch mit DNA von Strauss-Kahn

Ehefrau zahlt Kaution: Strauss-Kahn aus U-Haft entlassen

Strauss-Kahn tritt zurück

Mutmaßliches Strauss-Kahn-Opfer war Muslima mit Kopftuch

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.