Strauss-Kahn wieder auf freiem Fuß

Die Ermittlungen laufen zwar weiter, dennoch konnte Dominique Strauss-Kahn den Supreme Court in New York am Freitag freien Fußes verlassen. Grund für die Wende: Die Ermittler stellen die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers massiv in Frage.

Der 62-Jährige verließ das Gericht nach der Anhörung an der Seite seiner Frau Anne Sinclair. Die Richter haben zwar den Reisepass des Franzosen einbehalten. Der Hausarrest, den er gegen Hinterlegung einer millionenschweren Kaution zuletzt in einem Apartement in Manhattan absitzen konnte, wurde allerdings aufgehoben.

Nächste Anhörung findet Mitte Juli statt

Laut Gericht laufen die Ermittlungen im Fall dennoch weiter. Die nächste Anhörung ist für den 18. Juli angesetzt. Hintergrund für diese von vielen als „sensationelle Wende“ bezeichneten Ereignisse  sind die jüngsten Erkenntnisse über das 32-jährige Zimmermädchen, das den ehemaligen IWF-Chef der Vergewaltigung bezichtigt. Kenneth Thompson, der Anwalt der gebürtigen Afrikanerin, stellte klar: „Die Tat hat stattgefunden.“ Die heutige Entscheidung hätte nichts daran geändert.

Strauss-Kahn kann sich nun nach sieben Wochen Haft beziehungsweise unter strengstem Arrest innerhalb der USA wieder frei bewegen. Das Land verlassen darf er jedoch nicht.

Mutmaßliches Opfer verwickelt sich in Widersprüche

In einem Bericht der „New York Times“ wurden zuvor massive Zweifel an dem vermeintlichen Opfer öffentlich. Sie soll nicht nur Kontakte zur Drogen- und Geldwäsche-Szene unterhalten haben, sondern auch selbst Kapital aus dem Vorfall schlagen wollen. Daneben stießen Privatdetektive auf pikante Photos der angeblich bekennenden Muslima, die sie feiernd und Alkohol trinkend zeigen. Zudem habe sich die junge Frau im Laufe ihrer Vernehmungen immer wieder in Lügen und Widersprüche verstrickt.

Strauss-Kahn war bis zu seiner Verhaftung Mitte MAi einer der aussichtsreichsten möglichen Kandidaten der Sozialisten (PS) für den Präsidentschaftswahlkampf im Frühjahr 2012. Die jüngesten Entwicklungen sehen Parteifreunde in Frankreich nun als Chance für ein Comeback.

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