EHEC: Tierärzte wollen Bakterien in Wiederkäuern reduzieren

Während im Kreis Paderborn derzeit Massentests an Hunderten Personen vorgenommen werden, ruft Prof. Lothar Wieler, Vorstandsmitglied der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) zur besseren Zusammenarbeit von Tierärzten und Humanmedizinern auf.

Der Professer sieht nun auch die Tierärzte in der Pflicht und erklärt: „Wenn es uns gelingt, in Wiederkäuern die Zahl der EHEC zu reduzieren, dann ist das eine Vorbeugemaßnahme für die Humangesundheit. Wir möchten in Wiederkäuern so wenige EHEC wie möglich haben.“

Denn je mehr EHEC in Wiederkäuern vorkomme, desto größer sei am Ende auch die Gefahr, dass sie irgendwann zum Menschen kämen. Zum Beispiel über Lebensmittel oder über direkten Kontakt.

Aggressive EHEC-Variante stammt nicht von Wiederkäuern

Das natürliche Reservoir von EHEC sei der Darm von Wiederkäuern, so Wieler weiter. Den Tieren würden diese nicht schaden. Beim Menschen könnte das aber zu blutigem Durchfall führen. Gleichzeitig klärt der Mediziner jedoch auf: Die besonders aggressive EHEC-Variante, an der in Deutschland rund 50 Menschen starben, scheine allerdings nicht von Wiederkäuern zu stammen. „Wir können bisher nur spekulieren wie und wo HUSEC041 entstanden ist, aber es sieht bislang danach aus, dass er vom Menschen kommt.“

Wie die Reduktion der EHEC-Bakterien im Tierdarm erreicht werden kann, darüber ist sich die Wissenschaft allerdings uneinig: „Manche Wissenschaftler glauben, dass man das durch bestimmte Fütterungsregime schaffen kann, andere denken eher an Medikamente oder eine Impfung. Aber es gibt so viele verschiedene EHEC-Typen, dass all diese Ansätze schwer umsetzbar sein dürften.“

Dem Robert-Koch-Institut in Berlin sind gemäß Infektionsschutzgesetz bislang 3.154 Fälle mit einer Infektion mit EHEC übermittelt worden (Datenstand 30.6.2011, 10.00 Uhr). Davon sind 17 EHEC-Patienten gestorben. Außerdem wurden dem RKI bislang 845 Fälle mit HUS übermittelt, davon sind 31 HUS-Patienten gestorben. Damit sind dem Institut insgesamt 3.999 EHEC- oder HUS-Fälle übermittelt worden, darunter 48 verstorbene EHEC- oder HUS-Patienten.

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