Syrien: Assad setzt Gouverneur von Hama ab

Reaktion der syrischen Regierung: Einen Tag nach den massiven Protesten in der syrischen Stadt Hama setzt Präsident Bashar al-Assad den dortigen Gouverneur Ahmad Khaled Abdel Aziz ab.

Aziz war Gouverneur der am heftigsten von Protesten eingenommenen Stadt Hama. Wie das Staatsfernsehen nun berichtet, hat der Präsident einen Tag nach erneuten Demonstrationen, bei denen gut 400.000 Menschen auf die Straße gingen, um ein weiteres Mal die Vertreibung Assads und seiner Regierung zu fordern, die Konsequenzen gezogen.

Die Versammlung soll die größte ihrer Art seit Beginn der Proteste im vergangenen März gewesen sein. Die Regierungsgegner versammelten sich mitten in der Stadt um den großen Uhrenturm. Bezug nehmend auf die jüngste Rede Assads in der Universität von Damaskus, wo er die Demonstranten als „Bazillen“ bezeichnete, wogegen sich das Land „impfen“ müsste, erklärt ein Aktivist nun: „Hier sind wir, die Bazillen von Syrien.“ Und fügt hinzu: „Doch wir sind große Bazillen. Und zahlreich.“

Sorge vor neuem Regierungs treuem Gouverneur

Er berichtet, dass es in Hama keine sichtbare Präsenz von Sicherheitskräften gab. Es hätte lediglich Checkpoints an den Eingängen der Stadt gegeben. Gegenüber dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera berichtet er, dass nicht einmal die Polizei patroullieren würde.

Die Absetzung des Gouverneurs hätte, so berichtet ein Aktivist weiter,  zu einiger Sorge unter den Demonstranten geführt. „Er glaubte nicht daran, dass Töten eine Lösung wäre. Er ging lieber von Tür zu Tür und sprach mit den Bürgern. Wir glauben, er wurde abgesetzt, weil die Demonstrationen immer größere Ausmaße angenommen haben.“ Nun geht die Furcht um, dass eine Person aus den Sicherheitskreisen an die Spitze der Stadt gelangen könnte. Der ehemalige Professor für Internationales Recht an der Universität von Damaskus war erst im vergangenen Februar als Gouverneur eingesetzt worden. Ein Posten, der in Syrien normalerweise für Jahrzehnte besetzt wird.

Opposition ist bereits seit 30 Jahren in Hama aktiv

Die Opposition ist in der 700.000 Einwohner großen Stadt tief verwurzelt. 1982, noch unter der Herrschaft von Assads Vater schlug die Armee eine revolte der Muslimbruderschaft nieder. Es gab 20.000 Tote.

Am Freitag töteten syrische Sicherheitskräfte 28 Menschen.  Die meisten Opfer gab es in der Provinz Idlib. Allein dort starben 16 Personen. Weitere zehn kamen um, als die Soldaten das Feuer in mehreren Städten gegenüber Demonstranten eröffneten. Seit Beginn der Proteste soll es um die 1400 Tote gegeben haben.

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