Facebook-Partys: Innenminister wollen Verbot

Im Internet fängt alles ganz harmlos an. Eine unbedarfte Privatperson lädt via Facebook zu einer kleinen Feier. Falsche Einstellungen machen das Vorhaben für Millionen User einsehbar - die Lage eskaliert im realen Leben. Nach dem Willen mehrerer Innenminister sollen Behörden hier künftig rigoros vorgehen.

„Wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet wird, müssen Facebook-Partys im Vorweg verboten werden“, ist Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) überzeugt. Sei die Party bereits in vollem Gang, müssten Platzverweise ausgesprochen werden. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) bläst derzeit ins gleiche Horn: „Gibt es im Vorfeld einer angekündigten Facebook-Party konkrete Hinweise auf eine Gefahr für Teilnehmer oder unbeteiligte Dritte, ist es die Aufgabe einer kommunalen Ordnungsbehörde, die Veranstaltung zu untersagen.“

Jugend kann ihr Verhalten im Netz nicht absehen

Beispiele wie die Geburtstagsfeier der 16-jährigen Thessa, die Tausende vor das Haus der Schülerin zog, obwohl diese die Party im Vorfeld noch abgesagt hatte. Oder eine Facebook-Party in Wuppertal, die immerhin 16 Verletzte forderte, lassen die Politik aufhorchen. Geltende Gesetze müssten in solchen Fällen konsequent Anwendung finden. Darüber hinaus gelte es, Aufklärungsarbeit bei Eltern und Kindern zu leisten. Auch ein so genannter „Internet-Führerschein“ steht zur Debatte. Denn oftmals wüssten die jungen Menschen gar nicht, was ihr Verhalten im Netz im wahren Leben auslösen könnte. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnt, solche Partys können zu einem „massiven Sicherheitsproblem“ mit „immensen Kosten“ werden.

Junge türkische Facebook-User zeigten sich in der Vergangenheit bereits vorbildlich. Schon 2008 gab es in der Türkei einen ähnlichen Party-Aufruf. Über die Gruppe „Mega Parti Facebook Türkiye“ sollte eine große Feier organisiert werden. Die Gruppe schaffte es allerdings nur auf magere 258 Mitglieder und blieb in ihren Anfängen stecken – die Türken feiern offenbar lieber unter Freunden und verhalten sich bei Events weitgehend friedlich. Jedenfalls sind auf Facebook keinerlei Hinweise auf Eskalationen von türkischen Jugendlichen bekannt.

Lesen Sie dazu außerem:

Facebook-Partys: Die Türken sind die Friedlichsten!

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