BDP-Abgeordnete loben Selbstmordattentäter

Die Worte einer BDP-Abgeordneten, die eine PKK-Terroristinn rühmen, die durch ein Selbstmordattentat am 30. Juni 1996 acht türkische Soldaten in den Tod riss, haben in der türkischen Öffentlichkeit für großen Ärger gesorgt. Gleichzeitig äußerten weitere Abgeordnete ihre Zustimmung zu ihren Aussagen.

Am 30. Juni veranstaltete die BDP in Diyarbakır eine Gedenkfeier für „Zilan“, der Codename für Zeynep Kıyacı, Selbstmordattentäterin der Terrororganisation PKK, die sich vor 16 Jahren gemeinsam mit acht türkischen Soldaten in die Luft jagte. 16 weitere wurden verletzt.

In ihrer Rede lobte Sebahat Tuncel, unabhängige Abgeordnete von Istanbul im Kreise des BDP-Bündnisses und Frauenrechtlerin kurdischer Abstammung, die erste PKK-Selbstmordattentäterin überhaupt, indem sie sagte: „In den vergangenen 30 Jahren wurde ein hoher Preis bezahlt. Wir verdanken es unseren Freunden (die gestorben sind), dass wir heute in der Politik aktiv sein können und ruhig sagen können, was wir zu sagen haben.“

Ihre Rede hielt sie am vergangenen Freitag just zu dem Zeitpunkt als Präsident Abdullah Gül die BDP-Abgeordneten Ahmet Türk und Şerafettin Elçi empfing, um gemeinsam eine Lösung für die Krise zu finden, die durch die Eides-Verweigerung der Abgeordneten ausgelöst wurde, die damit ihren Protest gegen die Entscheidung Hatip Dicle den Abgeordneten-Status abzuerkennen, zum Ausdruck bringen wollten.

Die PKK sollte als Bürgerbewegung betrachtet werden

In einem Kommentar zu Tuncels Rede erklärte der BDP-Abgeordnete von Şanlıurfa, İbrahim Binici: „Der Konflikt muss beendet werden. Gespräche über den Frieden und Brüderschaft sollten erweitert werden.“ Dann fügte er hinzu: „Warum haben Sebahats Worte so schockiert? Von unserem Standpunkt aus betrachtet, handelt es sich hier um Helden. Diese Leute (die PKK) pflücken keine Blumen oder halten ein Picknick auf Berggipfeln ab. Sie wurden Gegenstand menschenunwürdiger Behandlung und wählten den bewaffneten Kampf. Dieses Thema sollte auf der politischen Bühne diskutiert werden. Doch wie der Fall Dicle deutlich zeigt, will man uns dort nicht. Wir können diese Bürgerbewegung nicht als Terrorismus bezeichnen. Mandela und Castro waren einst Terroristen. Jetzt gelten sie als Helden. Erwartet von uns nicht, dass wir sie Terroristen nennen. Die PKK ist eine Bürgerbewegung, das sollte jeder begreifen.“

Ähnlich äußerte sich auch Hasip Kaplan, BDP-Abgeordneter von Şınrak, während eines Treffens der KESK: „Die UN-Resolution 665 legt fest, dass wenn ein Diktator einer Gruppe von Menschen Freiheit und Rechte verweigert, dass dann die Unterdrückten andere Rechte hätten. Was wir damit sagen wollen ist Folgendes: Lasst uns ins Parlament, und lasst uns das lösen. Das ist der Grund, warum uns die Menschen gewählt haben. Stellt den Willen der Bürger nicht unter Arrest, legt ihn nicht in Fesseln. Was ihr  Terrorismus nennt, ist eigentlich Heldentum.“

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