Westerwelle wirbt für EU-Beitritt der Türkei

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) plädiert für eine engere Anbindung der Türkei an Europa. Seiner Meinung nach verdient das Land mehr Unterstützung bei seinen Bemühungen, Mitglied der Europäischen Union zu werden.

Für Außenminister Guido Westerwelle ist die Türkei in den letzten Jahren zu einem Machtzentrum geworden. Der Umstand, dass die EU-Beitrittsverhandlungen derzeit still ständen, sei für alle Beteiligten beschämend.

Auf Grund seiner Lage, seiner Vielfältigkeit und seiner Europa-Zugewandheit sei die Türkei eine „Brücke in die islamische Welt“. „Dass seit nunmehr einem Jahr kein neues Beitrittskapitel eröffnet worden ist, ist ein Stillstand, der allen Seiten schadet“, so Westerwelle. Der FPD-Politiker betonte deshalb: „Wir wollen diesen Stillstand überwinden.“

Erst kürzlich ist Westerwelle von einem Besuch bei seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu zurückgekehrt. Der wird in den nächsten Tagen verschiedene Reisen in die arabische Welt unternehmen, wo auch Deutschland tiefere Interessen hegt.

Die langwierigen EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei haben unter den Europäern zu großen Kontroversen geführt. Einige halten die Türkei sowohl wirtschaftlich als auch politisch noch nicht reif für einen Beitritt. Andere halten ihnen entgegen, dass derlei Ängste lediglich ein Vorwand seien und eigentlich ein tiefes Unbehagen gegenüber dem Islam der wahre Grund sei, obwohl die Türkei ein säkularer Staat sei.

Türkei verdient „ergebnisoffenen Verhandlungsprozess“

Westerwelle ist sich bewusst, dass eine engere Anbindung der Türkei auch in den heimischen politischen Lagern nicht bei allen gut ankommt – darunter auch Angela Merkels große Koalition. Während die FDP einem EU-Beitritt der Türkei offen gegenübersteht, bevorzugt die CDU eine „privilegierte Partnerschaft“ anstelle einer Vollmitgliedschaft. Der Außenminister ist jedoch überzeugt, dass eine engere Anbindung nicht nur im türkischen, sondern vor allem im Sinne Europas sei. Das Land erwarte zu Recht einen „ergebnisoffenen Verhandlungsprozess“, an dessen Ende einzig entscheidend sei, ob die Beitrittskriterien erfüllt seien oder nicht, so der Außenminister weiter.

Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche ist dieser Überzeugung und hat erst am Wochenende für einen Türkei-Beitritt in die EU geworben. Er erklärte: „Für mich ist es schlicht unverständlich, dass wir einen Tigerstaat wie die Türkei, der vor unserer Haustür liegt und zu uns kommen will, nicht herein lassen.“

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