EHEC: 15 Monate altes Baby an HUS erkrankt

Erst vor drei Wochen ist ein zweijähriger Bub aus Celle an den Folgen des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) verstorben. Jetzt ist ein 15 Monate altes Baby in Bocholt lebensgefährlich erkrankt. Unterdessen haben die Massentests im Kreis Paderborn begonnen.

Wie das Gesundheitsamt des Kreises Borken mitteilt, hat sich das Kleinkind zunächst mit dem EHEC-Erreger infiziert. Das Krankheitsbild hat in der Folge den schweren Verlauf mit HU-Syndrom genommen. Seit vergangenen Freitag befindet sich das Kind im Universitätsklinik Münster. „Wir wissen bislang nur, dass Toxine nachgewiesen wurden“, so Amtsarzt Dr. Gerhard Ettlinger vom Kreis Borken. Der O104-Keim selber sei zwar noch nicht festgestellt worden, es spreche aber einiges dafür.

Im Kreis Borken gab es bisher lediglich fünf EHEC-Fälle. Es ist der erste schwere Verlauf. Inwieweit er mit den anderen Fällen in Zusammenhang stehe, sei laut Ettlinger noch unklar. Bisher werde von einem Einzelfall ausgegangen.

800 Personen müssen zum EHEC-Massentest

Unterdessen haben im Kreis Paderborn die angekündigten Massentests begonnen. Während das Robert-Koch-Institut erklärt, das verschiedene epidemiologische Kennzahlen darauf hin deuteten, dass sich der Ausbruch dem Ende zuneige, sollen rund 800 Menschen in den nächsten Tagen Stuhlproben abgeben, darunter 500 Kinder aus 25 Schulen und Kindergärten.

Derweil, so berichtet die Ärztezeitung, habe das niedersächsische Landwirtschaftsministerium bestätigt, dass aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen auch an den Biohof in Bienenbüttel geliefert worden seien.  Gegen die Geschäftsführer des Betriebs wurde bereits Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg erstattet. Anhand eines Erkrankungsclusters bei Bordeaux hätten die Experten jüngst dieses Saatgut als hauptverdächtig identifizieren können.

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