Manipulationsvorwürfe: Drohen Fenerbahçe Abstieg und die Pleite?

Der Wirbel um die Manipulationsvorwürfe in der türkischen Fußballwelt könnten für den derzeitigen Erstligisten Fenerbahçe Istanbul weitreichende Konsequenzen haben. Dem Verein droht nicht nur ein Abstieg, sondern auch ein finanzieller Totalschaden.

Am vergangenen Sonntag wurde Hauptquartier von Fenerbahçe Istanbul, das Şükrü Saraçoğlu Stadion sowie weitere Standorte in Antalya von Sondereinheiten durchsucht. Gut 60 Personen, darunter auch Fenerbahçe-Präsident Aziz Yildirim, wurden festgenommen.

Der Verdacht wiegt schwer: Angeblich soll es bei Meisterschaftsspielen in der türkischen Spor Toto Super League nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Den Titel soll sich Fenerbahçe „erschlichen“ haben. Die Ermittlungen laufen in diesen Tagen auf Hochtouren. Die Hinweise, dass der Meistertitel nicht vollständig rechtmäßig erworben wurde, verdichten sich. Sollte das zutreffen, muss sich der Verein aus der ersten Liga verabschieden und Trabzonspor würde in die Champions League nachrücken.

Fenerbahçe muss Werteinbußen von 40% hinnehmen

Der Aktienmarkt reagiert bereits. Die Papiere von Fenerbahçe sind am vergangenen Dienstag um fast 15 Prozent gefallen. Insgesamt büßten die Anleger seit Bekanntwerden des Skandals gut 40 Prozent des Wertes ein. Gökhan Delioğlu, Analyst bei Bizim Securities, erklärt: „Fenerbahçe geht auf Grund der Anschuldigungen derzeit durch harte Zeiten. Es sieht so aus als wäre es noch nicht vorbei.“ Auch er befürchtet wie seine Kollegen einen Abstieg, was auch massive Auswirkungen auf die Investoren haben werde. Einen weiteren Einbruch der Aktien halten sie jedenfalls nicht für ausgeschlossen.

Doch nicht nur die Aktienwerte brechen ein. Bewahrheitet sich der Verdacht, drohen weitere Verluste in Millionenhöhe. 28,4 Millionen türkische Lira für Übertragungsrechte könnten ebenso wegfallen wie 21 Millionen Lira Erfolgsprämie und 15 Millionen Lira für den Meistertitel. Falls sie aus der Champions League fliegen, gehen nochmal 15 Millionen Lira flöten. In der Folge könnte der Verkauf von acht Spielern bevorstehen.

Unterdessen hat sich der Präsident des türkischen Verbands, der Turkish Football Federation (TFF) zu Wort gemeldet. Mehmet Ali Aydinlar rechnet mit einem Abschluss der Ermittlungen bis zum 15. Juli. Dann soll auch ein Urteilsspruch fallen.

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