Französisches Schiff der Gaza-Flotte überlistet griechische Behörden

In der Nacht zum Dienstag gelang es einem Schiff der "Hilfsflotte für den Gazastreifen", das Auslaufverbot der griechischen Regierung in Richtung Gazastreifen zu umgehen.

Das französische Boot „Digneté al Kamara“ kam zunächst von Korsika und legte in einem Hafen abseits von Athen an. Laut Jean-Luc Lefort, Sprecher des Teams „Französisches Boot für Gaza“, wurde es in keinem Register erfasst. So gelang der „Digneté al Kamara“ gestern unbemerkt von den Behörden, das griechische Gewässer zu verlassen und Kurs auf Gaza zu nehmen. An Bord befinden sich neben sechs Aktivisten die französische Politikerin Nicole Kiil-Nielsen und der ebenfalls französische Ex-Präsidentschaftskandidat und Linkspolitiker Olivier Besancenot. Das Schiff sei allerdings nur mit Lebensmitteln beladen, versicherte Jean-Luc Lefort.

Boote versuchen trotz Verbot in Richtung Gaza auszulaufen

Bereits vergangenen Freitag versuchte die US-amerikanische „Audacity of Hope“ von Piräus aus, in Richtung Gaza zu fahren. Die Küstenwache stoppte das Schiff und nahm vorübergehend den Kapitän fest, der heute wieder freigelassen wurde. Ähnlich erging es am Montag dem kanadischen Boot „Tahrir“, das trotz des Verbots der griechischen Behörden von Kreta aus in Richtung Gaza aufbrechen wollte. Nachdem es gezwungen worden war, in den Hafen von Agios Nikolaos zurückzukehren, wurden zwei Akteure festgenommen. Insgesamt wollen rund 100 pro-palästinensische Aktivisten und 35 Journalisten aus 22 verschiedenen Ländern mit Schiffen Hilfsgüter in den Gazastreifen transportieren.

Seit 2007 ist die von Israel verhängte Seeblockade in Kraft, um angebliche Waffenlieferungen an die Hamas zu verhindern. Als Israel erneut drohte, notfalls mit Gewalt gegen Schiffe mit dem Ziel Gazastreifen vorzugehen, hatte die griechische Regierung am Freitag das Auslaufen in Richtung Palästinensergebiet verboten. Wie ernst es Israel meint, konnte im Mai 2010 beobachtet werden, als bei der Erstürmung einer Hilfsflotte neun türkische Aktivisten erschossen wurden. Ungeachtet der Ereignisse aus den vergangenen Tagen soll diesen Freitag eine Gruppe von ca. 500 Menschen am Flughafen von Tel Aviv eintreffen, um von dort in das Palästinensergebiet aufzubrechen.

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