Türkei: Erstes städtisches Gottes- und Kulturcenter der syrisch-orthodoxen Gemeinde wiedereröffnet

Hunderte Syrer aus der Türkei und den angrenzenden syrischen Provinzen waren dabei, als das erste städtische Gottes- und Kulturzentrum seit dem Osmanischen Reich im türkischen Adiyaman vergangenen Sonntag wieder eröffnet wurde.

Seit Gründung der Türkischen Republik im Jahre 1923 war das Gottes- und Kulturhaus in der zentralanatolischen Stadt Adiyaman geschlossen. Über neun Jahre kämpften die syrisch-orthodoxen Christen für die Wiedereröffnung – am vergangenen Sonntag war es soweit. Am gleichen Tag öffnete auch die „Mor Petrus und Mor Paulus Kirche“ wieder ihre Tore, die bereits am Samstag vom Erzbischof von Adiyaman, Mor Gregorius Melki Ürete, und dem Istanbuler Erzbischof Yusuf Çetin geweiht wurde. Syrer aus den östlichen Provinzen Syriens, der Türkei aber auch aus Deutschland, Norwegen und den USA nahmen daran teil.

Im letzten Jahr wurden in Midyat Yemişli, im Südosten der Türkei, ebenfalls zwei Kirchen nach 30 Jahren wieder geöffnet, die „Mor Esayo“ und die „Mor Kuryakus“. Wie bei der „Mor Petrus und Mor Paulus Kirche“ wurde auch deren Restaurierung allein durch Spenden der syrisch-orthodoxen Christen aus der Türkei und dem Ausland finanziert. Insgesamt gibt es in der Türkei vier Diözesen: in Istanbul, Adiyaman, Midyat/ Tur Abdin und Mardin.

Zahl der syrisch-orthodoxen Christen auf 9000 gesunken

In der türkischen Bevölkerung bilden Christen nur eine Minderheit von zwei Prozent. Nach dem Völkermord von 1915/ 16, bei dem 1,5 Millionen armenische und 500.000 syrisch-orthodoxe Christen starben, sank die Zahl der syrisch-orthodoxen Christen in den letzten Jahrzehnten auf rund 9.000. Hervorgegangen aus der urchristlichen Gemeinde von Antochien, die von Petrus gegründet wurde, zählt die syrisch-orthodoxe Kirche zu einer der ältesten christlichen Kirchen überhaupt.

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