Plagiatsvorwürfe: Hat Althusmann auch geklaut?

Die Welle der Verdachsfälle reißt nicht ab: Nun sieht sich Niedersachsens Kultusminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) mit der Anschuldigung konfrontiert in seiner Dissertation geschummelt zu haben.

Der Landesvater hat „handwerkliche Fehler“ bereits eingeräumt und sich dafür entschuldigt.  Er erklärte darüber hinaus: „Ich habe meine Arbeit nach bestem Wissen und den mir bekannten Zitierstandards angefertigt.“ Seinen Posten will der Diplomvolkswirt, der Dienstherr von rund 70 000 Lehrern ist, allerdings nicht räumen.

Das Medium „Die Zeit“ hatte die Plagiatsvorwürfe gegen den Politiker publik gemacht. Er solle mehrfach gegen die Regeln der Wissenschaft verstoßen haben. Dazu heißt es: „Eine Analyse der Promotionsschrift Althusmanns belegt, dass der CDU-Politiker an vielen Stellen inhaltliche wie wörtliche Übernahmen aus anderen wissenschaftlichen Werken nicht als solche gekennzeichnet hat. Statt direkte Zitate in Anführungszeichen zu setzen, verweist Althusmann in den Fußnoten seiner Dissertation häufig nur unbestimmt auf andere Autoren. Damit lässt er den Leser über die geistige Urheberschaft vieler Passagen seiner Dissertation im Unklaren.“

Hat Althusmann nicht regelkonform zitiert?

Insgesamt 290 Seiten umfasst seine Promotionsschrift. Die Untersuchung, auf die sich das Medium bezieht, hat die Hälfte der Arbeit unter die Lupe genommen. „Hier finden sich auf 88 von 114 Seiten zahlreiche Unstimmigkeiten.“

Die Universität Potsdam wolle den Vorwürfen nachgehen. Dort wurde der 44-Jährige im Jahr 2008 als externer Doktorand promoviert. In seiner Arbeit, für die er am Ende die Note „rite“ – befriedigend erhielt, beschäftigte er sich mit der Organisation der öffentlichen Verwaltung.

Im Unterschied zu Karl-Theodor zu Guttenberg oder Silvana Koch-Mehrin geht es hier nicht um das einfache Übernehmen fremder Textpassagen ohne Kennzeichnung, sondern um die regelgerechte Zitierung seiner Quellen.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.