Sammer sauer: Türkischer Scout scharf auf U17

Die Niederlage gegen Gastgeber Mexiko am Donnerstagabend ist noch nicht richtig verdaut, da erfährt der deutsche Fußball-Nachwuchs-Sport einen weiteren Paukenschlag. Der türkische Europa-Scout Erdal Keser will einige Jungs in die türkische A-Nationalmannschaft locken.

Der Deutsche Fußball Bund (DFB) ist auf Habacht-Stellung. Denn wie der türkische Europa-Scout Erdal Keser jetzt erklärt, hätten zwei, drei Spieler aus der deutschen U17 zugesagt, für die türkische A-Nationalmannschaft zu spielen. „Die Namen kann ich aber jetzt noch nicht veröffentlichen, sonst bekommen die Spieler Probleme“, so der Ex-Bundesliga-Profi von Borussia Dortmund und ehemaliger Spieler von Galatasaray Istanbul im türkischen Bezahlfernsehen.

Matthias Sammer ist empört über den Europa-Scout

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer stimmen solche Aussagen nicht nur sauer, er zweifelt auch an deren Wahrheitsgehalt: „Wir sind schon sensibilisiert. Aber Herr Keser hat schon häufiger Blödsinn erzählt“, so Sammer. Keser tue sich mit solchen Aussagen seiner Meinung nach jedenfalls keinen Gefallen, teilweise würden sie dem DFB sogar helfen.

Auf der anderen Seite bieten sich für Keser in der aktuellen U17-Nationalmannschaft geradezu paradiesische Auswahlmöglichkeiten. Die Jungs von Trainer Steffen Freund haben während des Turniers in Mexiko als bunt gemixtes Team geglänzt. Elf der insgesamt 21 Spieler haben einen Migrationshintergrund. Acht unter ihnen sind Deutsch-Türken, wie zum Beispiel Kapitän Emre Can, der beim Spiel gegen Mexiko einen eindrucksvollen Sololauf hinlegte. Oder auch Samed Yesil: Bereits jetzt wird der 17-Jährige von seinen Mannschaftskameraden nur noch „Gerd“ genannt. Vielen gilt er schon jetzt als der neue „Bomber der Nation“, nach dem sich auch der FC Arsenal bereits umgesehen haben soll.

Keser appelliert an den Stolz der türkischen Eltern

Wie Keser um die jungen Spieler buhlt, erklärte er bereits in früheren Interviews, wenn er beschreibt: „Natürlich haben wir uns für die Spieler schon interessiert, bevor sie in der Bundesliga den Durchbruch geschafft haben. Und dann haben wir an die Familien, an den Stolz der Eltern appelliert. Denen war das schon wichtig, für wen ihre Söhne spielen. Aber letztlich ist es doch immer die Entscheidung des Einzelnen.“

Oft würden die in Deutschland geborenen Türken noch nicht für Deutschland spielen wollen. „Aber Kinder aus der dritten oder vierten Generation könnten als Eltern anders denken als ihre Eltern heute. Außerdem ändert sich ja schon etwas. In der Schweiz sind inzwischen drei türkischstämmige Spieler die Leistungsträger im Nationalteam, in der österreichischen Mannschaft spielt mit Ümit Korkmaz ein ganz großes Talent. In Deutschland gab es ja auch schon einen türkischstämmigen Nationalspieler, den Mustafa Dogan.“

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