Medien-Sensation: Murdoch stellt Skandal-Blatt News of the World ein!

Die Sonntagsausgabe dieser Woche von Murdochs Boulevardblatt News of the World wird die letzte sein. Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Folgen des Abhörskandals wird der 167 Jahre alte Titel eingestellt.

Journalisten hatten Handys Prominenter, aber auch von Entführungsopfern sowie Angehörigen der Opfer der Terroranschläge auf Londons U-Bahn 2005 abhören lassen. Sogar Hinterbliebene gefallener Soldaten sollen ins Visier der Bespitzelungen gerückt sein.

Die Sonntagsausgabe des Papiers werde die letzte sein, hatte der News International-Aufsichtsratsvorsitzende  James Murdoch am Donnerstag mitgeteilt. Sollte an den Anschuldigungen etwas dran sein, so der Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch, hätten sich die Journalisten „unmenschlich“ verhalten. Und weiter: „Zum Geschäft der News of the World gehört, andere zur Rechenschaft zu ziehen. Aber als es um sie selbst ging, ist sie gescheitert. […] Missetäter haben eine gute Redaktion schlecht gemacht.“

Die News of the World war Rupert Murdochs erste Zeitungs-Anschaffung auf dem britischen Markt im Jahr 1968 gewesen. Die damit erzielten Gewinne halfen ihm, sein Medienimperium in Großbritannien und den USA auzubauen. Der Titel war in Großbritannien mit einer Auflage von 2.66 Millionen zuletzt die am meisten verkaufte Sonntagszeitung. Nun soll die SUN in Zukunft Gerüchten zufolge zu einem Sieben-Tage-Rhythmus ausgebaut werden.

Der mit der früheren NOTW-Vize-Chefredakteurin Rebekah Brooks befreundete Premier David Cameron gerät nun zusehends unter Druck. Oppositionsführer Edward Miliband forderte ihren Rücktritt als jetzige Chefin des britischen Zweig des Murdoch-Konzerns. Diese bestreitet jegliche Kenntnis von den Abhörpraktiken.

Hintergrund der Schließung des Blattes könnte auch die geplante Übernahme des Satellitensenders „BSkyB“ durch Murdoch sein, welche durch die Negativschlagzeilen der letzten Tage in Gefahr gerät. Die Entscheidung darüber durch die Regierung in London ist für Herbst geplant, heißt es.

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