Skandal: Türke stirbt auf holländischer Polizeiwache

Der 22-jährige İhsan Gürz wurde letzten Sonntag tot in der Arrestzelle einer holländischen Polizeistation aufgefunden. Seine Familie und Freunde sind der Überzeugung, dass sein Tod auf massive Polizeigewalt zurückzuführen sei. Die holländischen Behörden sprechen dagegen von einer Herzattacke.

Das vermeintliche Opfer polizeilicher Gewalt, İhsan Gürz, wurde am 2. Juli verhaftet, nachdem es mit einem Bistro-Besitzer in Beverwijk zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung gekommen war. Augenzeugen zufolge gerieten Gürz, der auf seine Pommes wartete, und der Bistro-Inhaber in einen Streit weil der junge Mann ein Badezimmer im Dachgeschoss des Gebäudes benutzen wollte, womit der Manager jedoch aus bisher ungeklärten Gründen nicht einverstanden war.

Die Stimmung erhitzte sich zusehends nachdem Gürz im Zorn nach einem Stuhl trat. Daraufhin rief der Bistro-Besitzer die Polizei, die den 22-Jährigen, der sich heftig zur Wehr setzte, schließlich in Gewahrsam nahm. Zwölf Stunden später wurde er tot in seiner Zelle, in die er zuvor gebracht wurde, aufgefunden.

Stand İhsan Gürz unter Einfluss illegaler Drogen?

Ob es vor der Beerdigung des jungen Mannes eine Autopsie gegeben hat, ist bisher unklar. Die holländischen Behörden hüllen sich unterdessen in Schweigen. Nur wenige Medien griffen den Fall auf. Das „Noordhollands Dagblad“ teilte mit, dass die Polizeibeamten härter zupacken mussten, weil sich İhsan Gürz ihnen gegenüber gewehrt habe. Darüber hinaus gibt es Gerüchte, dass der junge Mann zum Zeitpunkt des Vorfalls unter dem Einfluss illegaler Drogen gestanden habe.

Gürz ist nicht der erste Türke, der unter ungeklärten Umständen in europäischer Haft verstorben ist. Etwas früher in diesem Jahr wurde ein 23-Jähriger in Dänemark derart von der Polizei verprügelt, dass er dabei zu Tode kam. Einen weiteren Todesfall gab es im Februar 2008 in Dortmund.

Auf jeder Polizeiwache gibt es rechte Beamte

Öztürk Türkdoğan, Vorsitzender der türkischen Menschenrechtsorganisation İHD, zeigt sich über die zunehmende Gewalt gegenüber Migranten, vor allem aus muslimischen Ländern, in Westeuropa besorgt. „Die Anzahl der Migranten sind auf Grund sozialer Unruhen im Nahen Osten, angestiegen. Gleichzeitig erstarken rechte Parteien, wie wir es derzeit in Holland beobachten, in ganz Europa.“ Dennoch hält er Vorfälle wie der von Gürz für einen Einzelfall. Er warnt allerdings, dass die europäischen Behörden solche Geschehnisse ernst nehmen und eingehend untersuchen müssten bevor so etwas zu einem systematischen Missstand werde. „In jedem dieser Lände gibt es xenophobe Polizeibeamte, die ihre Position entsprechend ausnutzen könnten. (…) Es gibt eine gewisse Tendenz und die gilt es zu unterbinden.“ Hier sei die europäische Politik dringend gefragt.

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