Schiffsunglück auf der Wolga: Mindestens 120 Menschen sterben

Die Zahl der Toten, die Taucher derzeit aus der gesunkenen "Bulgaria" bergen, ist nun auf 120 angestiegen. Das verunglückte Kreuzfahrtschiff soll nach jetzigem Ermittlungsstand nicht nur völlig überladen gewesen sein. Es habe auch keine Lizenz zur Personenbeförderung gehabt.

Bei dem schwersten Schiffsunglück seit gut 25 Jahren kamen am Sonntagnachmittag in der russischen Teilrepublik Tatarstan mehr als die Hälfte der 200 Passagiere, darunter auch zahlreiche Kinder ums Leben. Die „Bulgaria“, die bereits über 55 Dienstjahre auf dem Buckel hatte und in einem völlig maroden Zustand war, sank binnen drei Minuten. Die Ursache ist weiterhin unklar.

Wie die Ermittlungsbehörden außerdem mitteilten, hatte der Ausflugsdampfer keine Lizenz zur Personenbeförderung mehr. Zudem seien auf ähnlichen Schiffstypen maximal 120 Passagiere erlaubt. Die letzte Generalüberholung soll 30 Jahre zurückliegen.

Medwedjew ordnet Kontrolle aller Passagierschiffe an

Der russische Präsident Dimitri Medwedjew, der den Angehörigen sein tiefstes Beileid aussprach, erhebt nun schwere Vorwürfe: „Hätte man alle Anforderungen an die Sicherheit beachtet, wäre es selbst bei schlechtem Wetter nicht zu diesem Unglück gekommen.“ Er fragt sich, warum der Schiffseigentümer eine Nutzung des überalterten Schiffes überhaupt zugelassen habe. In der Konsequenz ordnete er nun die Wartung und Kontrolle aller Passagierschiffe in Russland an, der die Zustände auf der „Bulgaria“ keinesfalls als Einzelfall bewertet wissen wollte. Den 12. Juli erklärte er zum „Tag der Trauer“.

Das Schiff soll in den nächsten Tagen vollständig gehoben werden. Schon am vergangenen Samstag als das Schiff den Rückweg nach Kasan antreten wollte, soll es Schlagseite gehabt haben. Der Kapitän sei zudem entgegen dem Wunsch zahlreicher Passagiere, die ebenfalls von einer Unwetterwarnung gehört hatten, ausgelaufen.

Mehr hier.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.