Ringen um Syrien: Türken treffen Ahmadinejad

Die Türkei hat sich am Montag zu Gesprächen mit Offiziellen der iranischen Regierung getroffen, darunter auch Präsident Mahmoud Ahmadinejad. Gemeinsam wurde über die jüngsten Entwicklungen im Nachbarland Syrien beraten. Außenminister Ahmet Davutoğlu drängt auf ein Ende des Blutvergießens.

Der türkische Außenminister hat am Dienstagmorgen noch einmal die Wichtigkeit eines dynamischen Transformationsprozesses im Nahen Osten unterstrichen. „Aus diesem Grunde braucht es sehr enge Gespräche mit Freunden und Nachbarländern, die einen Einfluss auf die regionalen Entwicklungen haben könnten“, so Davutoğlu gegenüber türkischen Journalisten in Teheran, wo er bereits am Sonntag erste Gespräche mit Offiziellen der Islamischen Republik hatte.

Am vergangenen Montag traf sich Davutoğlu mit Präsident Ahmadinejad, dem Parlamentssprecher Ali Larijani sowie Irans Chef-Unterhändler Saeed Jalili, um über bilaterale Beziehungen und regionale Entwicklungen zu sprechen. Mit seinem iranischen Amtskollegen Ali Akbar Salehi beriet sich Davutoğlu bereits am Sonntag.

Türkei will keine weiteren zivilen Opfer in Syrien

Nach Treffen in Ägypten, Libyen und Saudi-Arabien, stellte er nun auch hier seine Sorge um die Entwicklungen in Syrien in den Vordergrund und betonte: „Wir legen Wert darauf, dass die politischen Reformprozesse in den befreundeten und Nachbarländern mit friedlichen Möglichkeiten und ohne Sicherheitsrisiko vollendet werden.“ Das sei auch der Grund, so der Minister weiter, warum man so intensive Gespräche führe. Syrien sei zudem ein enger Freund des Irans und der Türkei, zu beiden Ländern würden enge Beziehungen gepflegt. „Es ist für uns wichtig, dass es keine zivilen Todesopfer mehr gibt und das Land so bald wie möglich mit seinem Reformprozess beginnt“, so Davutoğlu, der sich diesbezüglich mit seinen iranischen Gesprächspartnern vollkommen einig war. Mit Blick auf Syrien wollen die beiden Länder nun auch weiterhin zusammenarbeiten.

USA spricht Assad seine Legitimität ab

Die Gespräche fanden just zu einem Zeitpunkt statt, als die Spannungen in Syrien einen neuen Höhepunkt erreichten. Erst am vergangenen Montag haben Hunderte Anhänger des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad die Botschaften der Vereinigten Staaten und Frankreichs sowie die Residenz des US-Botschafters in Damaskus angegriffen. Sie warfen Fenster ein und hissten syrische Flaggen. Die USA hat bereits ihre Konsequenzen gezogen. Für US-Außenministerin Hillary Clinton ist Assad schon jetzt Geschichte: „Aus unserer Sicht hat er seine Legitimität eingebüßt.“

Seit Beginn der Proteste in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten rund  1.600 Zivilisten und 350  Sicherheitskräfte ums Leben gekommen.

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