Halbbruder von Hamid Karzai stirbt bei Attentat

Meuchelmord eines Leibwächters: Der Halbbruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai ist am Dienstagmorgen in seinem Haus in Kandahar von einem seiner Sicherheitsbeamten erschossen worden.

Ahmed Wali Karzai, der Leiter der Provinzrat Kandahar, der mächtigste Mann im Süden Afghanistans, traf sich gerade mit Stammesältesten und Politikern in seinem schwer bewachten Haus in der Innenstadt von Kandahar, als ein Wachmann in sein Besprechungszimmer kam und nach Aussage zweier Personen um ein privates Gespräch gebeten habe. Karzai und der Wachmann hätten den Raum verlassen, um ein anderes Zimmer aufzusuchen. Kurz danach seien drei Schüsse erklungen.

„Sicherheitslage von Kandahar wird noch schlimmer werden“

Agha Lalai Destegeri, der stellvertretende Chef des Provinzrats, der bei der Sitzung mit Karzai am Dienstagmorgen anwesend war, sagte, er habe die Schüsse gehört, sei zu Karzei geeilt und habe ihn mit Schusswunden in Kopf, Brust und Hand gefunden.

Andere Wachen Karzais hätten den Raum betreten und den Schützen erschossen. Dann sei man mit dem blutenden Karzai eine kurze Strecke quer durch die Stadt in Richtung Krankenhaus gefahren, aber er habe nicht überlebt, so äußerten Destegeri und andere afghanischen Beamten.

Es wird davon ausgegangen, dass der politischen Mord die Region weiter destabilisieren könnte. „Er war die Nummer eins in Kandahar“, so Mir Wali Khan, ehemaliges Mitglied des Parlaments aus der Provinz Helmand, der zum Zeitpunkt der Schüsse ebenfalls in Karzais Haus war: „Wir rechnen damit, dass jetzt die Sicherheitslage von Kandahar noch schlimmer werden wird und die Kämpfe zwischen den Stämmen weiter aufflammen.“

Der Name des Killers: Sardar Mohammad

Khan und Destegeri identifizierten den Schützen als Sardar Mohammad aus dem Bezirk Dand der Provinz Kandahar. Wie lange er schon für Karzai gearbeitet habe, der ein großes Team von Wachen beschäftigte, wussten sie nicht anzugeben.

Karzai sei seit langem eine umstrittene Figur in der afghanischen Politik gewesen, heißt es. Er sei im Schatten der Prominenz seines Bruders Hamid, dem Präsidenten Afghanistans, aufgestiegen und habe von seiner Lage profitiert, um seine Macht in Kandahar, der Heimat der Taliban, auszubauen. Er sei regelmäßig beschuldigt worden, am Opiumhandel teilgenommen und von privaten Sicherheitsfirmen profitiert zu haben. Er habe diese Vorwürfe jedoch stets abgestritten.

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