Sarı Eylem: Weg mit dem Kopftuchverbot!

Eine Gruppe von Aktivistinnen hat eine Online-Bewegung mit dem Namen "Sarı Eylem" ("Die gelbe Bewegung") ins Leben gerufen. Im Rahmen einer Kampagne treten sie dafür ein, dass das Kopftuch-Verbot an türkischen Universitäten, auf dem Campus, in öffentlichen Einrichtungen und auch im Parlament aufgehoben wird.

Die Gruppe, die von Emine Arslaner, Yasemin Vatandaş und Ayla Karadağ angeführt wird, verlangt nach einer dringlichen Lösung des Kopftuch-Problems in der Türkei. Auf ihrer Webseite sarieylem.com haben die Damen bereits eine entsprechende Petition gestartet. Darin beschuldigen sie die regierende AKP das Problem auf die lange Bank geschoben zu haben. Und das, obwohl sie mit Hilfe der konservativen Wähler an die Macht gekommen waren.

Die AKP hat ihre einstigen Unterstützerinnen vergessen

„Würden Sie auch mit uns sprechen, wenn wir gelbe Kopftücher trügen?“, fragt die Gruppe in Richtung Premierminister Recep Tayyip Erdoğan. Die Frage bezieht sich auf ein  geplantes Treffen des Premiers mit „35 blonden Frauen“ aus İzmir, über das im Vorfeld viele türkische Medien berichteten. Die Zusammenkunft wurde für April 2011 mit Blick auf die weiblichen Stimmen für die Parlamentswahlen am 12. Juni angesetzt. Diesen Frauen, die niemals für die AKP gestimmt hatten, wurde damals die Gelegenheit geboten, mit dem Premier über ihre Sorgen hinsichtlich der künftigen Säkularität der Türkei und ihre Art zu leben zu sprechen. Auch die Zahl 35 hatte hier eine Bedeutung. Steht sie doch für das Nummernschild der Provinz İzmir. Das Treffen fand allerdings niemals statt. Die hiesige Parteiführung sagte es ab, nachdem der Medienrummel zu groß geworden war.

Laut ihrer Erklärung sind die Frauen von „Sarı Eylem“ der Meinung, dass die AKP ihr früheres Versprechen das Kopftuchverbot an türkischen Universitäten, in öffentlichen Einrichtungen und im Parlament aufzuheben, schlicht vergessen hat. „Wir mussten feststellen, dass wir nicht unter den Frauen sind, die die AKP bei jeder Wahl ins Parlament bringt. Wir fragen ‚Warum?'“, heißt es in ihrer Erklärung. In dieser wird ebenfalls betont, dass es eben konservative Frauen waren, Frauen, die ein Kopftuch tragen, die Geld gespart und der Partei in ihren Anfängen gespendet haben und sich aktiv für diese engagierten. Heute, so ist weiter zu lesen, fühlten sich die Unterstützerinnen von einst behandelt wie „abgelaufenes Dosenfutter“, deren Plätze von neuen Leuten eingenommen worden seien, die als Abgeordnete nominiert wurden, um der Partei ein neues Images zu verpassen und so die Stimmen des „verärgerten Volkes“ zu bekommen.

Ist Erdoğan frauenfeindlich eingestellt?

Obwohl sich die Gruppe selbst nicht als feministische Bewegung sieht, kritisiert sie Erdoğan scharf für seine Worte „ist das ein Mädchen oder eine Frau?“, die er in Richtung einer Aktivistin äußerte, die  während der Proteste gegen die Polizeigewalt in Hopa, Artvin, auf einen Polizei-Panzer kletterte. Dort starb ein Mann während einer Wahlkampfveranstaltung Erdoğans. In ihren Augen jedenfalls hat der Premier seine frauenfeindliche Haltung bereits deutlich gemacht, als er sie in einen Topf mit der Opposition warf.

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