Richard Dawkins: Türkisches Gericht schaltet Webseite wieder frei

Zwei Jahre hatte der britischer Zoologe, Evolutionsbiologe und Oxford-Professor warten müssen. Jetzt hat ein Gericht im Istanbuler Bezirk Kadiköy die Sperrung seiner Seite RichardDawkins.net aufgehoben.

Ein islamistischer Gegner der Evolutionstheorie hatte vor zwei Jahren durchgesetzt, dass die Website des britischen Wissenschaftlers und Autors Richard Dawkins, unter anderem bekannt durch sein Buch „Der Gotteswahn“, gesperrt wurde. Möglich war dies, da die Hürden für einen Website-Bann in der Türkei äußerst gering sind. Jeder, der sich beleidigt fühlt, kann vor Gericht beantragen, eine Seite sperren zu lassen. Jeder Richter hat wiederum die Befugnis, genau das zu veranlassen.

„Wir sind erfreut bekannt geben zu können, dass RichardDawkins.net mit sofortiger Wirkung nicht mehr in der Türkei gesperrt ist“, war kurze Zeit später auf der Homepage zu lesen. Dort wurde auch den Lesern in der Türkei, ebenso wie den hiesigen Anwälten gedankt, die dabei geholfen hatten das Verbot aufzuheben.

RichardDawkins.net ist eine der umfassendsten Internetseiten für wissenschaftliche Debatten. Sie wird von Millionen Menschen besucht. Noch ist die Entscheidung des Gerichts allerdings nicht endgültig. Nach wie vor hat der Kläger die Möglichkeit Revision einzulegen.

Türkischer Kreationist Adnan Oktar reichte Klage ein

Die Seite wurde am 3. September 2008 auf Anordnung eines Gerichts im Istanbuler Bezirk Şişli erstmals gesperrt. Dahinter steckte eine Beschwerde des türkischen Kreationisten Adnan Oktar, der unter dem Pseudonym Harun Yahya agiert. Oktar beschuldigte Dawkins ihn auf seiner Seite persönlich beleidigt zu haben. Doch auch nach dem Gerichtsbeschluss gab sich Oktar nicht zufrieden. Eine zweite Klageschrift gegen die Administratoren der Website wurde in Kadıköy eingereicht. Das Gericht dort entschied jedoch, dass die Seiteninhaber nicht für Kommentare Einzelner, die nicht direkt mit der Website verbunden sind, verantwortlich seien.

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