Studie: Missbrauchsfälle in der Hälfte aller Schulen

Laut einer Studie des Deutschen Jugendinstituts hat es in 80 Prozent der deutschen Kinder- und Jugendheime und in 50 Prozent der Schulen in den vergangenen Jahren Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs gegeben.

Die Hälfte der vom Institut befragten Schulleiter und Lehrer gaben an, mindestens ein Verdachtsfall habe sich in den vergangenen Jahren an ihrer Einrichtung zugetragen. Die Spanne der Vorfälle reichen von Berührungen an den Geschlechtsteilen bis hin zu versuchter oder vollzogener Penetration. Von den Internats-Verantwortlichen sprachen etwa 70 Prozent von derartigen Vorfällen und von den Heimleitern gar 80 Prozent. In Betracht für die Studie flossen nur Ereignisse ein, die tatsächlich gemeldet wurden.

In den Schulen fiel in rund vier Prozent der Fälle der Verdacht aufs Personal, in Heimen in zehn Prozent der Fälle. Die verübte Gewalt ging in 16 bis 17 Prozent der Fälle an Schulen auf Jugendliche gegen Gleichaltrige zurück, an Heimen waren immerhin in 38,9 Prozent der Fälle Jugendliche verantwortlich.

Die größte Gruppe der Mißbrauchs-Verdachtsfälle ließe sich jedoch nicht auf Einrichtungspersonal oder Mitschüler zurückführen, so die Studie, sondern auf ein Fehlverhalten von Verwandten oder Bekannten. Diese würden in bis zu 32 Prozent der Fälle als verantwortlich gelten an Schulen – bei Heimen in 48,5 Prozent. Bevorzugte Opfer seien Mädchen, die Täter zumeist männlich.

In 20 Prozent der Fälle an Schulen seien arbeits- oder strafrechtliche Konsequenzen eingeleitet worden, in Heimen und Internaten in jeweils 33 Prozent der Fälle. Jugendliche Tatverdächtige hatten in mehr als zwei Drittel der Fälle mit Strafen bzw. Therapieauflagen zu rechnen.

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