Entwarnung: Verbindung zwischen Coli-Fund und EHEC „ausgeschlossen“

Amtsarzt Dr. Ronny Möckel der Stadtverwaltung Potsdam hält es für "ausgeschlossen", dass die im Potsdamer Stadtteil Babelsberg gefundenen gesundheitsschädlichen Fäkal-Keime mit EHEC in Verbindung stehen.

Es sei „extrem unwahrscheinlich“, dass zwischen der Trinkwasser Verseuchung in Potsdam und den EHEC-Fällen der vergangenen Monate eine Verbindung besteht, so Möckel gegenüber den Deutsch Türkischen Nachrichten. Selbstverständlich werde man jedoch „versuchen, das bestimmen zu lassen“.

Die Frage, ob zu erwarten sei, dass sich das Problem auch auf den Großraum Berlin ausdehnen könnte, verneint der Amtsarzt. Möckel: „Das Problem ist ein Problem der Leitungen und nicht des Wassers an sich.“ Die Coli-Bakterien würden nicht im Leitungswasser entstehen, da dafür die Bedingungen für eine Vermehrung der krankheitserregenden Mikroorganismen nicht gegeben sei – das Wasser sei schlicht viel zu kalt dafür. Vielmehr habe es höchtwahrscheinlich einen Eintrat von Fäkalien irgendwo gegeben. Wobei man dabei nicht unbedingt auf menschliche Fäkalien schließen müsse, die das Wasser verunreinigt hätten, sondern „auch ein toter Vogel, der irgendwo in ein Abflussrohr geflogen ist“ könne dafür verantwortlich sein.

Warnung vor Panikmache

Nun werde versucht, die Quelle des Eintrats zu ergründen, wobei nicht immer sicher sei, dass dies auch gelänge. Man könne das Problem jedoch möglicherweise auch effizient bekämpfen, indem man die Leitungen durchspüle, wie dies bereits in der vergangenen Nacht geschehen sei.

Auch hinsichtlich der Gefährlichkeit der Bakterien für die menschliche Gesundheit rät Möckel zur Ruhe: „Grund zur Panik besteht nicht“. Noch könne man nicht einmal mit letzter Sicherheit sagen, ob es sich tatsächlich um Coli-Bakterien handelt. Neue Ergebnisse sollen erst am Samstag vorliegen, da die Überprüfung größerer Mengen neuer Proben am Donnerstag in der Regel im Labor immer zwei Tage in Anspruch nimmt.

Das Gesundheitsamt empfiehlt, Wasser aus Babelsberger Leitungen vor dem Trinken mindestens drei Minuten abzukochen. Betroffen sind etwa 10.000 Einwohner. Erkrankte hätten sich bislang nicht gemeldet, so Möckel.

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