Anschlag in Istanbul: War es nicht die PKK?

Eine Bombenexplosion im Istanbuler Bezirk Etiler am 26. Mai dieses Jahres soll nicht wie bisher vermutet auf das Konto der Terrororganisation PKK gehen, sondern von der radikalislamischen Hisbollah ausgeführt worden sein. Das behauptet die italienische Zeitung "Corriere della Sera".

Die Explosion, die sich in der Nähe einer Polizeiakademie ereignete, forderte insgesamt acht Verletzte. Wie der Polizeipräsident von Istanbul, Hüseyin Capkin damals mitteilte, soll der Sprengstoff auf einem Moped unter einer Brücke postiert worden sein. Nur wenige Tage zuvor waren 36 Kilogramm Sprengstoff unter einer Brücke auf der Autobahnroute im Osten der Türkei gefunden worden, die  später von Premier Erdogan befahren werden sollte.

Attenat als Vergeltung für Angriff auf Masoud Ali Muhammedi

Unter Berufung auf einen Bericht aus Washington schreibt die Tageszeitung „Corriere della Sera“ nun, dass die libanesische Hisbollah und nicht die PKK hinter dem Anschlag stecken würde. Diese soll es auf den israelischen Generalkonsul in Istanbul, Moshe Kamhi, als Vergeltung für das angebliche Mossad-Attentat auf den iranischen Nuklearphysiker Masoud Ali Muhammedi in Tehran 2010, abgesehen haben.

Die Tageszeitung schreibt weiter, dass sich der Türkische Nachrichtendienst Millî İstihbarat Teşkilâtı offenbar zu früh auf die PKK „eingeschossen“ habe, bevor man überhaupt erkannte, dass vermutlich die Hisbollah, die im Auftrag des Iran agiert, die Attacke verübte. Weiter behauptet das Blatt, dass drei Mitglieder der Hisbollah aus Beirut in Istanbul eingetroffen waren, um den Anschlag über die Bühne zu bringen und dass die Attentäter Kamhis Weg von seinem Haus zum Konsulat täglich überwachten bevor es schließlich zur Explosion in Etiler kam. Am Tag des Anschlags fuhr das Auto von Kamhi allerdings langsamer als gewöhnlich und wurde nur deshalb nicht in das Attentat verwickelt.

Türkische Geheimdiestmitarbeiter haben den Bericht von „Corriere della Sera“ mittlerweile dementiert und erklärt, aus Israel würden von Zeit zu Zeit ähnliche Desinformationen kommen.

Der Vorfall am 26. Mai verletzte acht Menschen. Und obwohl die Verantwortlichen bis dato nicht gefasst sind, gehen die Behörden davon aus, dass die PKK hinter den Attentat stecke, um im Vorfeld der Wahlen, die am 12. Juni stattfinden, für Chaos zu sorgen.

Mehr hier.

Lesen Sie dazu außerdem:

Istanbul: Bombenexplosion nahe Polizeiakademie

Bombenalarm: Sollte Erdogan ermordet werden?

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.