Angriff auf türkische Soldaten: Steckt Ergenekon dahinter?

Seit dem Tod von 13 Soldaten bei einem Gefecht mit der PKK mehren sich Proteste gegen die BDP in der Türkei. Hinter dem Anschlag wird nun auch die Untergrundorganisation Ergenekon vermutet.

Seit dem Angriff der PKK auf türkische Soldaten häufen sich Demonstrationen in der Türkei. Besonders kurdische Organisationen sowie der Parteisitz der kurdischen BDP sind Ziel von Übergriffen. Einige der Demonstranten unterstützen lautstark die wegen Mitgliedschaft in der Untergrundorganisation Ergenekon inhaftierten Militärs. Einige der Slogans lauten: „Militärs im Gefängnis, PKK im Parlament“, „Auge um Auge, Zahn um Zahn – Rache“, „Wir wollen keine gekauften Medien“.

Haben Ergenekon-Prozesse das türkische Militär geschwächt?

In Eskisehir verbrannte eine Gruppe symbolisch die Zeitung „Taraf“, deren Journalisten die ersten Berichte über die Untergrundorganisation Ergenekon veröffentlichten. Eine Ausgabe der Zeitung „Zaman“ wurde ebenfalls verbrannt.

In den letzten Tagen wurde bekannt, dass das türkische Militär während der Operation nachlässig gehandelt hatte. Die Soldaten, die in einen Hinterhalt der PKK gerieten, verlangten Unterstützung, die aber erst sehr spät eintraf. Nun werden Vermutungen laut, dass die Inhaftierung zahlreicher Militärs im Zuge der Ergenekon-Prozesse das Militär geschwächt habe und daher die PKK erstarken konnte. Bei den Inhaftierten handelt es sich jedoch mehrheitlich um Ex-Militärs.

Einige türkische Journalisten vermuten, dass hinter dem Angriff der Ergenekon-Arm der PKK steckt. Dieser soll das Gefecht gezielt geplant haben, um die Verhandlungen zwischen der AKP und der BDP zu stören und die kurdischen Abgeordneten daran zu hindern, dem Parlament beizutreten. Kurz vor dem PKK-Angriff wurde über die Vereidigung der protestierenden BDP-Abgeordneten verhandelt.

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