News of the World: Enthüllungsjournalist tot aufgefunden

Der Enthüllungsjournalist Sean Hoare, der als erster über den Abhörskandal rund um die britische „News of the World“ ausgepackt hatte, wurde am Montag tot in seiner Wohnung in Watford aufgefunden. Hinweise auf eine Gewalttat gebe es laut Polizeiangaben bisher nicht.

Der ehemalige Showbiz-Reporter der „News of the World“, Sean Hoare, hatte den Medienskandal auf der Insel ins Rollen gebracht, als er erste Anschuldigungen gegen den Ex-Chefredakteur des Boulevardblatts, Andy Coulson, vorgebracht hatte. Hoare, der 2005 selbst wegen Alkohol- und Drogenproblemen entlassen wurde, warf Coulson vor, falsche Angaben über seine Rolle in dieser Affaire gemacht zu haben. Über die „New York Times“ und die BBC hatte er im vergangenen September seine Vorwürfe öffentlich gemacht. Gegenüber Scotland Yard legte er dann allerdings keine Beweise vor.

Coulson musste bereits vor vier Jahren wegen unlauterer Recherchemethoden seinen Hut nehmen. Dennoch wurde er unter David Cameron Regierungssprecher. Erst im vergangenen Januar wurde die Verbindung gelöst. Coulson soll über die Abhör- und Bestechungspraktiken des Massenblattes Bescheid gewusst haben, worauf hin ihn die Polizei verhaftete. Mit Hoare hatte er sowohl bei „The Sun“ als auch bei „News of the World“ zusammengearbeitet.

Todesursache von Sean Hoare ist bisher nicht geklärt

Wie Sean Hoare ums Leben kam ist bisher noch nicht abschließend geklärt. Die Polizei fand den 47-Jährigen am Montagmorgen in seiner Wohnung tot auf. Einen Selbstmord können sie derzeit nicht ausschließen. Das muss nun eine Obduktion klären. Nach Angaben eines Freundes soll sich Hoare in den letzten Wochen mehr und mehr zurückgezogen und unter Verfolgungswahn gelitten haben. Angeblich hätte er darüber gesprochen, dass jemand von der Regierung ihn „kriegen“ wolle. Gesundheitlich sei es seit etwa einem Monat bergab gegangen. Er habe nicht gut ausgesehen und seine Haut hätte einen Gelbstich gehabt. Auch Alkoholprobleme soll es gegeben haben.

Murdoch und Brooks müssen vor die Parlamentarier

An diesem Dienstag muss Medienmogul Rupert Murdoch vor britischen Parlamentariern aussagen. Der 80-Jährige soll offenlegen, was er von den Abhörskandalen gewusst habe. Ebenfalls erscheinen müssen sein Sohn James sowie die frühere Verlagsmanagerin Rebekah Brooks. Auch die beiden zurückgetretenen Scotland-Yard-Chefs Paul Stephenson und John Yates müssen sich einer Anhörung unterziehen.

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