Euro-Sondergipfel: Merkel und Sarkozy vertreten eine Linie

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy haben eine gemeinsame Gangart zur Schuldensituation in Griechenland gefunden. In einem kurzfristig anberaumten, siebenstündigen Treffen am Mittwochabend in Berlin wurde eine deutsch-französische Position ausgearbeitet.

Das Treffen von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy gilt als wichtiges Signal dafür, dass der am Donnerstag in Brüssel stattfindende Euro-Sondergipfel doch noch fruchtbare Ergebnisse zu Tage fördert. Erst am Dienstagabend wurde das deutsch-französische Treffen anberaumt. Nach mehrstündigen Gesprächen am Mittwochabend stieß gegen 22 Uhr auch der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, überraschend dazu.

Merkel und Sarkozy wollen Beteiligung privater Gläubiger

Bis Mitternacht hat sich das Trio zur Griechenland-Krise beraten. Telefonisch wurde sich daneben mit dem europäischen Ratspräsidenten Herman Van Rompuy ausgetauscht. Noch vor dem Treffen hatte Merkel auch mit US-Präsident Barack Obama über die Euro-Krise gesprochen. Details drangen allerdings nicht an die Öffentlichkeit. Es heißt jedoch, dass die beiden Spitzenpolitiker für eine Beteiligung privater Gläubiger und gegen einen Schuldenschnitt für Griechenland seien.

Was die Ergebnisse des Sondergipfels angeht, so hat die Kanzlerin die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit jedoch bereits im Vorfeld gedämpft. Eine Lösung des Problems sei kaum durch einen „spektakulären Schritt“ zu erreichen. Ihrer Ansicht nach müsse die Schuldentragfähigkeit Griechenlands langfristig gesichert werden, was nur in mehreren kleinen Schritte vollzogen werden könne.

Barroso verlangt Geschlossenheit der Euro-Länder

Auch in Brüssel selbst fanden während des gesamten Mittwochs Vorbereitungstreffen auf verschiedenen Ebenen statt. Im Zuge dessen rief EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Euro-Länder mit deutlichen Worten zur Geschlossenheit auf. Die Staats- und Regierungschefs müssten jetzt Klarheit über die Rettung Griechenlands schaffen. Auch Außenminister Guido Westerwelle betonte noch einmal die Bedeutung des Zusammentreffens und sprach von einer „Schicksalsfrage unseres Kontinents“. Ebenfalls klare Signale forderte der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger: „Wir müssen mit dem, was beschlossen wird, die Schuldentragfähigkeit Griechenlands wiederherstellen“, so der CDU-Politiker über das zweite Hilfspaket für Griechenland.

Der Gipfel, an dem auch Manager einiger europäischer Großbanken teilnehmen werden, beginnt um 13 Uhr. Mit Resultaten ist nicht vor dem Abend zu rechnen.

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