Energiebedarf auf Zypern: Ist ein AKW die Lösung?

Der Bau einer Kernkraftanlage im Norden Zyperns könnte helfen den Energiebedarf der Insel zu decken, so die hiesigen Behörden. Sie sind nicht die einzigen, die sich Gedanken über die Zukunft des geteilten Eilands machen. Auch die türkische Regierung arbeitet an einem Masterplan - für beide Seiten.

Nach den Vorstellungen der türkischen Regierung gibt es zwei Möglichkeiten dem Energiebedarf der Insel künftig gerecht zu werden: Zum einen ist das der Bau eines Atomkraftwerks. Zum anderen die Verlegung eines Tiefseekabels von der Türkei in Richtung Zypern. Beide Möglichkeiten wurden bereits durch die türkisch-zypriotischen Behörden als auch durch die Ingenieurskammer der Türkei bestätigt.

Russland könnte ein AKW auf Zypern bauen

Die Türkei habe, so der bekannte türkische Energie-Analyst Haluk Direskeneli, bereits alle Optionen für die Lösung der Energiefrage auf den Tisch gepackt. So könnte, seinen Aussagen nach, im Norden Zyperns ein von Russen konstruiertes AKW entstehen, das nicht nur den türkischen, sondern auch den griechischen Teil der Insel versorgen könnte. Solch ein Plan, so Direskeneli weiter, sei erst vor wenigen Wochen auch im griechischen Parlament diskutiert worden.

Dass beide Pläne diskutiert worden sind, bestätigt unterdessen auch ein Sprecher des türkisch-zypriotischen Wirtschafts- und Energie-Ministerium. „Die türkische Regierung arbeitet gerade an einem Energie-Masterplan für die Insel“, so Direskeneli, der darauf hinweist, dass die griechischen Zyprioten nach der tödlichen Attacke auf eine Militärbasis in der vergangenen Woche echte Schwierigkeiten mit der Versorgung hatte, nachdem dabei auch das Haupt-Elektrizitätswerk schwer beschädigt wurde. Weiter argumentiert er: „Auf der Insel gibt es fast keine fossilen Brennstoff-Ressourcen, kein Öl, kein Gas, keine Kohle.“

AKW-Pläne treffen auf zypriotischen Gegenwind

Die Pläne, auf Zypern ein Kernkraftwerk errichten zu wollen, sind nicht neu. Erstmals tauchen sie Anfang 2007. Griechische wie türkische Zyprioten stehen dem jedoch äußerst skeptisch gegen über. Erst im März dieses Jahres sprach sich Staatspräsident Dimitris Christofias in diese Richtung aus. Er plädiert für eine gemeinsame Anstrengung der Europäischen Union, damit die türkische Regierung ihre Pläne noch einmal überdenke.

Diese will ihre Gespräche mit Tepco, dem Betreiber des Unglücksreaktors von Fukushima, jedoch trotz aller Bedenken von außen fortsetzen, um AKW-Pläne im eigenen Land zu verwirklichen. Mit den Russen ist man sich bereits über einen Bau in der Provinz Mersin einig geworden.

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