Al Qaida soll junge Muslime mit Propaganda-Comics locken

Videos auf YouTube oder Computerspiele sind als Mittel, um für den Terror zu werben, bereits bekannt. Jemenitische al Qaida-Anhänger haben jetzt eine neue Methode. Sie versuchen es mit einem Cartoon über den "Heiligen Krieg".

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Erst am vergangenen Sonntag ist das Vorhaben im World Wide Web aufgestöbert worden. Auf einer passwortgeschützten arabischen Internetseite hat das britische Thinktank „Quilliam“ die Ankündigung eines Users namens „Abu Laith al-Yemeni“ entdeckt, der die jemenitische al-Qaida in Zukunft mit einem eigenen Cartoon unterstützen will.

Comic soll Lehrstück über Al Qaida werden

In seiner Vorstellung, die er gemeinsam mit einigen Gehilfen, die sich AQAP nennen, umsetzen will, solle es sich dabei um eine „bildende Produktion“ handeln, mit der junge Muslime über das „edle Leben der Mudschaheddin“ aufgeklärt und dazu ermuntert würden ihre Waffen gegen den Westen zu erheben. Auch die Terroraktivitäten der Al Qaida im Jemen sowie die gesamte Geschichte der Organisation sollten Gegenstand sein. Aufgezeigt an aktuellen Ereignissen, darunter auch Razzien und Meuchelmorde.

Aus Sicht der Sicherheitsexperten ist klar: Hier geht es vor allem um eine ganz junge Generation von Islamisten, wenn nicht sogar um Kinder. „Dieser Film ist eine religiöse Bemühung unsere Söhne und Jugend so zu erziehen, dass sie ein ehrenwertes Leben unter dem Schatten der Scharia führen“, erklärt al-Yemeni im Forum. Es sei eine Alternative zu den Dingen, die von anderen Fernsehstationen gesendet und an die Kinder und Jugendlichen herangetragen würde.

AQAP versucht gezielt junge Muslime zu gewinnen

AQAP tritt nicht zum ersten Mal in diese Richtung in Erscheinung. Die Gruppe zeichnet verantwortlich für zahlreiche Bemühungen gerade junges Publikum über das Internet für Al Qaida zu gewinnen. Jüngstes Beispiel ist ein englischsprachiges Online-Magazin namens „Inspire“. Der jetzige Vorstoß unterstreicht einmal mehr, dass die Terrororganisation sich der Bedeutung des Webs mittlerweile Wohl bewusst ist und seine Möglichkeiten vor allem junge Anhänger nachzuziehen entsprechend ausschöpft.

Erfahrung mit derartigen Cartoons hat die Hamas bereits 2008 sammeln können. In einer Puppentheatersendung erstach eine Kinderpuppe eine George W. Bush-Puppe und verwandelte das Weiße Haus anschließend in eine Moschee. Über ihren heftig umstrittenen Sender „al-Aqsa TV“, der auch ein Kinderprogramm ausstrahlt, versucht die Hamas bewusst die Kleinsten anzusprechen.

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