Eurokrise: Griechenland erhält neues Hilfspaket

Der Euro-Krisengipfel hat am Donnerstagabend ein zweites Hilfspaket für Griechenland geschnürt. Die 17 europäischen Staaten sowie der Internationale Währungsfonds (IWF) springen mit 109 Milliarden Euro ein. Erstmals sind auch Banken und Versicherungen beteiligt. Sie ziehen mit zusätzlichen 37 Milliarden mit.

„Wir wollen die Probleme an der Wurzel anpacken“, hatte Bundeskanzlerin bereits im Vorfeld des Sondergipfels angekündigt. Mit dem geschnürten Maßnahmenpaket bis 2014, so war sie sich nach den Verhandlungen sicher, habe man eine „wichtige Etappe“ erreicht. Dem krisengeschüttelten Griechenland jedenfalls sicherte sie volle Solidarität zu.

Griechenland soll seinen Schuldenberg rasch abbauen

Erste Kreditzusagen in Höhe von 110 Milliarden Euro gab es bereits im Jahr 2010. In Summe belaufen sich die internationalen Hilfen derzeit auf 260 Milliarden Euro. Jetzt soll den Griechen zudem mit günstigeren Zinsen und längeren Kreditlaufzeiten geholfen werden, die von bisher siebeneinhalb auf mindestens 15 Jahre und bis zu 30 Jahre gestreckt werden. Daneben kann, falls erforderlich, der Beitrag des privaten Sektors auf bis zu 50 Milliarden Euro aufgestockt werden, der sich über Anleihen-Tausch, Verlängerung auslaufender Engagements in Anleihen und Rückkauf von Altschulden einbringt. Ziel ist es, dass Griechenland seinen gigantischen Schuldenberg von derzeit fast 160 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes rasch abbauen kann.

Euro-Staaten akzeptieren kurzfristigen Zahlungsausfall

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der sich bereits einen Tag vor dem Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie EZB-Präsident Jean-Claude Trichet auf eine gemeinsame Linie geeinigt hatte, unterstrich nach Bekanntgabe noch einmal die Besonderheit des Hilfspaketes: „Das machen wir nur für Griechenland, wir werden es für kein anderes Land der Euro-Zone machen. Wir sagen klar und deutlich, dies ist ein Sonderfall.“ Im Zuge dessen akzeptieren die Staaten sogar einen vorübergehenden Zahlungsausfall Griechenlands und bringen mit der Neuverteilung der Zuschüsse in den einzelnen Regionen eine Art „Marshall-Plan“ für das Land auf den Weg.

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