Diyanet-Chef: Islam rechtfertigt nicht Gewalt gegen Frauen

Misshandlungen von Frauen sind das Ergebnis "unglaublicher Unkenntnis" des Islams. Zu diesem Schluss kommt Mehmet Görmez, Chef des türkischen Religionsamts Diyanet, mit Blick auf die jüngesten Berichte über Gewalt gegen Frauen.

„Die Leute versuchen manchmal  ihr schlechtes Benehmen mit ihrem Glauben zu begründen. Das ist in fast allen Kulturen und Religionen so“, erklärt Mehmet Görmez, Chef des türkischen Religionsamts Diyanet, der aus diesem Anlass auch mit Günther Meinel, Vorsitzender des DMW, sowie Bartholomäus I., griechisch-orthodoxer Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, sprach.

Während der Gespräche berichtete Görmez auch über die wachsende Sorge bezüglich der Rechte von Frauen in der Türkei an. Sein Amt habe in den vergangenen zehn Jahren an einem Leitfaden gearbeitet, wie falsche Sichtweisen und Haltungen gegenüber Frauen aus der Gesellschaft verbannt werden könnten.

Gewalt gegen Frauen ist ein Problem von Macht und Moral

„Als Geistlicher, aber auch als Wissenschaftler Betrachte ich sie (die Rechte von Frauen) als ein Problem der gesamten Welt. Ich sehe es nicht so sehr als Geschlechterproblem an, sondern ein Problem der Macht und der Moral.“ Er ist überzeugt, dass eine „unglaubliche Unkenntnis“ die Quelle für all diese Probleme sei. „Das zeigt uns, dass wir daran noch nicht hart genug gearbeitet haben“, so Görmez weiter.

Da sich in letzter Zeit Berichte über misshandelte und getötete Frauen häuften, hat sich nun auch die türkische Regierung eingeschaltet.  Präsident Abdullah Gül will nun umfassende Untersuchungen einleiten. Daneben soll auch die bestehende Gesetzeslage verschärft werden. Auch über den Einsatz elektronischer Fußfesseln zur Überwachung der Täter wird nachgedacht.

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