Nach Badesalz-Droge: Auch Lufterfrischer verstärkt im Umlauf

Als "Badesalz" getarnt erschüttern sogenannte Cathinone die deutsche und US-amerikanische Szene. Doch sie sind nicht die einzigen Substanzen, die derzeit die Runde machen. Auch als Lufterfrischer getarnte Drogen sind leicht zu beschaffen. Derzeit gibt es so viele "Legal Highs" wie noch nie auf dem Markt.

Ganz gleich, ob Badesalz-Drogen, Kräutermischungen oder eben Lufterfrischer, sie alle haben eines gemeinsam: Über das World Wide Web ist eine Beschaffung – obschon in Deutschland verboten – überhaupt kein Problem. Bereits seit Ende letzten Jahres warnt das Bundeskriminalamt vor solchen, auf den ersten Blick harmlos aussehenden Produkten. Von den Anbietern als „legal“ deklariert, enthalten sie Substanzen, die hierzulande unter das Betäubungsmittel- oder Arzneimittelgesetz fallen.

„Legal Highs“ ohne genaue Inhaltsangaben

Neben den irreführenden Bezeichnungen gibt jedoch ein weiteres Problem. Da die Stoffe meist schwer einzuschätzen sind, kommt es bei ihrem Konsum immer wieder zu Ohnmacht, Psychosen, Muskelzerfall und auch lebensgefährlichen Vergiftungen. Exakte Angaben über Inhaltsstoffe und Konzentrationen fehlen, die Abhängigen nehmen Substanzen zu sich, deren Auswirkungen sie nicht genau abschätzen können. Doch das ist noch nicht alles: „(…) die Wirkstoffzusammensetzung eines Produktes (wird) oftmals im Zeitverlauf verändert. Konsumenten können dann auch bei wiederholtem Konsum eines bestimmten Produktes nicht mit der gleichen Dosierung und der gewohnten Wirkung rechnen“, erläuterte BKA-Chef Ziercke bereits im Dezember 2010.

5% der jungen Europäer haben Erfahrung mit diesen Drogen

Der Beliebtheit dieser „Legal Highs“ tut das offenbar keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil zeigt sich der Markt in letzter Zeit zunehmend erfinderisch: Ganze 41 neue Drogen wurden, so die EU-Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon, allein im vergangenen Jahr registriert. Das sind so viele wie noch niemals zuvor. Gleichzeitig sind in Deutschland 1.237 Menschen im gleichen Zeitraum an Drogenkonsum verstorben. Fünf Prozent aller Jugendlichen in Europa haben bereits Erfahrungen mit synthetischen Drogen.

Die EU-Kommission will auf Grund dieser Entwicklungen jetzt den Kampf gegen solche Substanzen verstärken. Das gegenwärtige System zur Feststellung der neuen Drogen sei, so EU-Justizkommissarin Viviane Reding, unzureichend, um die erhebliche Zunahme der Substanzen auf dem Markt zu bekämpfen. „Wir müssen auf EU-Ebene handeln. Die Vorschriften müssen verschärft werden, um die Jugendlichen vor diesen gefährlichen Drogen zu schützen.“ Im Herbst sollen erste Vorschläge gemacht werden.

Hier der Bericht der EU-Kommission.

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Badesalz-Drogen: Die Rechtslage in Deutschland


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