EHEC: Bockshornkleesamen aus Ägypten als letzte Zuflucht

Sprossen können nun wieder offiziell gegessen werden. Ägyptischer Bockshornsamen bleibt dagegen bedenklich und erweist sich als das letzte Refugium für den EHEC-Erreger.

Ägyptischer Bockshornsamen und aus dessem Samen gezogene Sprossen und Keimlinge sollen nach wie vor nicht roh verzehrt und auf Anweisung der EU-Kommission bis zum 21. Oktober dieses Jahres auch nicht exportiert werden. Um die Gefahr endgültig zu bannen, entfernen die Landesbehörden derzeit die letzten Chargen von den Märkten. Alle zwischen 2009 und 2011 in die EU gelangten Bestände werden vernichtet. Eine Gefährdung durch eine so genannte „Kreuzkontamination“ anderer Samenprodukte durch Bockshornkleesamen könne das Robert-Koch Institut (RKI), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unterdessen ausschließen.

Bockshorn eine der ältesten Arznei- und Kultpflanzen

Doch was ist Bockshorn eigentlich? Der Ursprung des Bockshornklees beginnt vermutlich im Gebiet vom Iran bis Nordindien. Im alten Ägypten und in Vorderindien wurde er bereits in der Zeit der ersten Ackerkulturen nachgewiesen. Im Mittelalter und bis ins 18. Jahrhundert hinein war seine Kultur gar bis nach Hannover und Mecklenburg verbreitet. Anklang findet er hier nicht nur bei Hildegard von Bingen, sondern auch bei Albertus Magnus oder Paracelsus. Bockshorn hat sich in der Vergangenheit vor allem als Heilpflanze einen Namen gemacht. Über Indien, Arabien und Persien kam die Pflanze dann nach Ägypten, wo sie zu den ältesten Arznei- und Kultpflanzen gehört. Erste Erwähnungen in Rezepten finden sich bereits um 1550 v.Chr. Seit jeher wurden die frischen Schösslinge hier als Gemüse verzehrt. Den Frauen gilt er nach wie vor als Schönheitsmittel. In den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens ist der Bockhornklee zudem ein beliebtes Gewürz.

Bockshornklee ging auch nach Bienenbüttel

Neben Ägypten gehören auch die Türkei, Indien, Marokko und China zu den Hauptlieferländern. Im Dezember 2009 hatte der ägyptische Exporteur Organic Green insgesamt 15 Tonnen Bockshornkleesamen an den Großimporteur Aga Saat in Nordrhein-Westfalen geliefert.

Noch Anfang Juli hatte die ägyptische Regierung jeglichen Zusammenhang bestritten. Nach jetzigen Erkenntnissen gingen die Bockshornklee-Samen über Zwischenhändler auch an einen Betrieb im niedersächsischen Bienenbüttel. Dieser gilt mittlerweile als Ausgangspunkt für die Ehec-Erkrankungen in Deutschland. Die betroffene, im Jahr 2009 produzierte Charge wurde auch ins benachbarte Frankreich geliefert. Dort waren ebenfalls Menschen erkrankt.

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