Massaker von Utoya: „Ich spürte seinen Atem“

Gut eine halbe Stunde Zeit hatte der Tatverdächtige Anders Behring Breivik Zeit, um auf der idyllischen Ferieninsel Utoya ein Blutbad ohne gleichen anzurichten. Jugendliche, die überlebt haben, berichten, sie hätten seinen Atem gehört.

Für die Opfer muss es die längste halbe Stunde ihres Lebens gewesen sein, bis das Sondereinsatzkommando der Polizei endlich das kleine Eiland erreichte. Einige versuchten, sich durch einen Sprung ins Wasser zu retten. Andere kauerten hinter Steinen oder versuchten sich totzustellen, um so den als Polizisten getarnten Amokläufer zu entgehen.

Anders Behring Breivik zielt zweimal auf seine Opfer

84 Jugendliche haben das nicht geschafft. Nachdem der Täter sie zuerst bat, näher zu kommen, hatte er unvermittelt das Feuer auf die Bewohner des Feriencamps eröffnet. Was dann geschah, ist für die Augenzeugen nur schwer in Worte zu fassen. Jeweils zweimal, so berichten einige, habe Anders auf seine Opfer gezielt. Er wollte sichergehen, dass sie auch wirklich tot seien.

Ardrian, der in die Schulter geschossen wurde, berichtet: „Ich lag auf einem Felsen, mit dem Gesicht nach unten, und ich konnte hören, wie er kommt. Ich spürte seinen Atem. Als er sich näherte, schoss er auf mich, um zu sehen, ob ich tot war und zum Glück habe ich mich nicht bewegt, damit er mich für tot hielt. Ich lag dort über zwei Stunden lang, immer noch gesund, aber mir war sehr kalt.“

Jugendliche telefonieren mit ihren Eltern und Freunden

„Ich habe viele tote Menschen gesehen“, berichtet eine 15-Jährige später. Erst habe er auf Leute auf der Insel geschossen, dann habe er damit begonnen auf die im Wasser zu zielen. „Ich konnte ihn atmen hören“, ist das Mädchen immer noch völlig schockiert. Trost suchte sie in einem Telefonat mit ihren Eltern. Diese versuchten, sie flüsternd zu beruhigen und sprachen ihr Mut zu. Diesen Weg wählten auch andere. Via SMS verständigten sie Freunde, Familie und auch die Polizei.

Währenddessen durchlebten sie fürchterliche Minuten. „Ich lag zwei Stunden unter einem Bett, bis die Polizei das Fenster einschlug“, berichtet eine weitere Überlebende. Noch immer könne sie nicht fassen, was da geschehen ist.

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