Massaker: „Ich stellte mich tot und spürte wie er auf mich zielte“

Sie stellten sich tot, um zu überleben: Die norwegischen Jugendlichen, die am vergangenen Freitagnachmittag auf der kleinen Ferieninsel Utoya Opfer eines Amoklaufs wurden, durchlebten die wohl schlimmsten Minuten ihres Lebens. Kaum fähig zu atmen beteten sie, dass sie der Täter nicht entdecken würde.

Sie kauerten in versteckten Winkeln oder versuchten möglichst regungslos liegen zu bleiben. Doch dabei mussten sie mit ansehen, wie ihre Freunde vor ihren Augen kaltblütig erschossen wurden. „Ich stellte mich tot und spürte wie er auf mich zielte“, so einer der Überlebenden. Andere seiner Kameraden mussten dabei sogar zwischen Leichen liegen. Täuschen ließ sich Breivik davon nicht. Gleich zweimal schoss er ihnen in den Kopf.

Breivik hatte es auf die Opfer im Wasser abgesehen

Es ist unvorstellbar, welche Qualen diese 600 jungen Leute zwischen 14 und 19 Jahren durchlebten, während Anders Behring Breivik wie ein getriebener über das kleine Eiland fegte und insgesamt 84 Menschen kaltblütig niederstreckte. Ein Entkommen gab es kaum. Vor allem denjenigen, die in Richtung Wasser rannten, stellte er nach, zielte und traf. „Ihr sollt alle sterben“, soll er dabei gerufen und mehrmals während der guten halbe Stunde, die er über Utoya raste, in Jubel ausgebrochen sein.

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Diejenigen, die es für einen Moment außer Reichweite schafften, waren dennoch nicht sicher. Entweder hatten sie schwerwiegende Verletzungen erlitten oder aber trieben im Meer. Ihre Kräfte versagten, das Wasser sog sich in ihre Kleidung, das Atmen fiel schwer. Andere standen dem Täter fast Auge in Auge gegenüber. „Bitte, erschieße mich nicht!“, so oft haben die Jugendlichen diesen Satz mit anhören müssen.

Bootsbesitzer zogen die Jugendlichen aus dem Wasser

Unterdessen hatten einige Fischer und Anwohner das Massaker beobachtet. Über Telefon und SMS alarmierten sie Besitzer von Booten, wie zum Beispiel den 52-jährigen Kasper Ilaug. Gemeinsam mit anderen Bootsbesitzern lud er so viele Jugendliche ein, wie die Boote zu fassen vermochten. Doch auch hier ereigneten sich tragische Szenen. So berichtete eine Frau, sie habe Flüchtende notgedrungen im Wasser zurücklassen müssen. Das Morden auf der Insel ging derweil immer weiter.

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