ZAD: „Die Türkei ist nicht reif für Europa“

Der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) fordert eine neue Türkei-Politik Europas. Er vertritt die Ansicht, dass das Land noch nicht reif für einen EU-Beitritt sei. ZAD-Vorsitzende Azat Ordukhanyan verlangt einen sofortigen Stopp der Verhandlungen.

Erst Mitte der vorletzten Woche hatte der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu angekündigt, dass die Türkei die Beziehungen zur EU einfrieren würde, wenn die griechischen Zyprioten die Verhandlungen weiter verzögerten und die EU-Ratspräsidentschaft übernähmen, bevor beide Seiten eine Lösung für die geteilte Insel gefunden hätten.

Türkei weigert sich bis heute Völkermord anzuerkennen

Im Zuge dessen fordert der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) jetzt eine neue Türkei-Politik Europas. In einer Erklärung lässt der ZAD-Vorsitzende Azat Ordukhanyan verlauten: “Ganz offensichtlich ist die Türkei nicht reif für Europa.“ Mit der Weigerung, die EU als Ganzes anzuerkennen, habe die türkische Regierung im Grunde schon jetzt den Antrag auf Aufnahme in die Union zurück gezogen. Hinzu komme, dass die offizielle Türkei sich bis heute weigere, ihre eigene Geschichte anzunehmen und den Völkermord des Osmanischen Reichs an den Armeniern anzuerkennen. Das sei seiner Meinung nach ein weiterer gravierende Beleg dafür, dass dieses Land sich den grundlegenden Werten Europas nicht verpflichtet fühle.

Ordukhanyan fordert deshalb einen Stopp der Aufnahmeverhandlungen, bis die Türkei in diesen beiden Punkten eine „klare Kehrtwendung“ vornehme: “Es würde die europäische Einheit zerreißen, wenn wir eine Türkei aufnähmen, die einzelne Mitglieder der EU nicht anerkennt und die zudem den Holocaust von 1915 im eigenen Land leugnet, um die Massaker von damals als bloßen historischen Unfall zu verniedlichen.”

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