Massaker: Rechtsradikale gehen auf Distanz und schüren wieder

Der norwegische Massenmörder war vermutlich ein Einzeltäter. Rechtsradikale aller Länder distanzieren sich – und zeigen selbst in der Ablehnung, wie wenig sie begriffen haben.

Anders Behring Breivik, der am vergangenen Freitag über 90 Menschen tötete, vertrat rechtsgerichtete und anti-muslimische Ansichten. Die schrecklichen Taten sollen „christlich-fundamentalistisch“ motiviert gewesen sein.

Breivik wie ein muslimischer Fundamentalist

Soeren Espersen, außenpolitischer Sprecher der Dänischen Volkspartei, die sich entschieden gegen Multikulturalismus stellt, geht noch weiter. Er verglich den 32-Jährigen gar mit muslimischen Fundamentalisten. Er erklärte, dass gegen beide „hart, mit Verachtung und kompromissloser Entschlossenheit“, gekämpft werden müsse. Ín eine ähnliche Richtung äußerten sich auch Schwedens Nationaldemokraten. Zwar verurteilten sie das Geschehene als „schrecklichen Kriegsakt“. Doch auch sie führten die Tat auf eine „unhaltbare und teilweise absurde Politik“ zurück. Sie sind der Überzeugung, dass das „multikulturelle Experiment“ sofort gestoppt werden müsse.

So weit wollten andere nicht gehen. Bereits 1999 trat Breivik der rechten Fortschrittspartei bei, die für ihre „restriktive“ Migrationspolitik bekannt ist. Bis 2004 war er dort zahlendes Mitglied. Doch deren Vorsitzende Siv Jensen distanzierte sich nun von ihm. „Diese schrecklichen und feigen Attacken gehen nicht mit den Prinzipen und Werten, die die norwegische Gesellschaft stützten, überein.“ Es betrübe sie außerordentlich, dass der Täter einst Mitglied ihrer Partei gewesen sei.

Pro Deutschland distanziert sich von Breivik

In seinem  1500 Seiten starken Manifest „2083. Eine europäische Unabhängigkeitserklärung“ verwies Breivik auch auf andere nationalistische Gruppen in verschiedenen europäischen Staaten. Die rechtspopulistischen Gruppierung „Pro Deutschland“ strich in einer Erklärung heraus: „Als Christen und Konservative wollen wir unsere Solidarität mit den Opfern der Attacke vom 22. Juli ausdrücken. Der Hass, den islamistische Attentäter und fanatische Personen wie Breivik antreiben, ist Christen und Konservativen fremd.“ Ähnliches ist auch vom niederländischen Rechtspopulist Geert Wilders zu vernehmen. Er distanziert sich von den Attentaten in Norwegen und schreibt: „Die Anschläge sind unglaublich schrecklich und wir trauern intensiv mit den Menschen in Norwegen.“ In einer Twittermeldung bezeichnet er die Tat als diejenige eines „kranken Geistes“.

Doch widerspricht das Töten norwegischer Bürger nicht eigentlich seiner Gesinnung? Nein, wie aus seinem Manifest hervorgeht, seien es genau sie, die die Immigration zugelassen hätten. Den Muslimen selbst sollte sich, seiner Meinung nach, erst nach einer Veränderung in den europäischen Regierungen gewidmet werden.

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