Massaker in Norwegen: Junge Türkin wird vermisst

Seit den brutalen Attentaten, die am vergangenen Freitag das Regierungsviertel von Oslo sowie die kleine Insel Utoya erschütterten, wird auch eine junge Türkin vermisst. Die 18-jährige Gizem Doğan war zum Zeitpunkt des Amoklaufs auf der Ferieninsel.

Doğan gehört zu einer handvoll junger Camper, die seit der Schießerei am Freitagnachmittag als vermisst gelten. Die norwegischen Behörden halten es für möglich, dass sie, um den Angriffen von Anders Behring Breivik zu entgehen, in den Tyrifjorde gesprungen seien. Ihre Familie teilte jedoch mit, dass die junge Frau nicht schwimmen könne.

Ein Freund von Gizem, der sich ebenfalls im Ferienlager befand, beschreibt den Moment als der Attentäter einfiel: „Als wir die Schüsse hörten rannten Gizem und ich in den Wald. Als sie dann ihr Handy verlor, fiel sie zurück. Sie konnte nicht schwimmen und seitdem haben wir auch nichts mehr von ihr gehört.“

Der Freund erzählt auch, dass gleich zu Beginn des Camps ihre Personalausweise eingesammelt worden wären. Das mache es den Ermittlern nun umso schwerer die Leichen zu identifizieren.

Als Gizems Eltern vom Verschwinden ihrer Tochter erfuhren, informierten sie umgehend die türkische Botschaft in Oslo sowie das türkische Außenministerium. Wie der türkische Botschafter in Norwegen, Hayati Güven, mitteilt, warte die Familie auf die Ergebnisse der DNA-Tests. Diese werden zeigen, ob ihre Tochter zu den Opfern Breiviks gehört.

Die Familie von Gizem Doğan steht mit der Botschaft in Kontakt

Gizem Doğan wurde in Istanbul geboren, doch bereits vor zehn Jahren emigrierte sie mit ihrer Familie nach Norwegen. Wie ihre Familie berichtet, sei es das erste Mal gewesen, dass Gizem an so einem Freizeitlager teilgenommen hätte. Ihre Mutter Gülderen Doğan sei ganz in der Nähe in einem Hotel gewesen, um gemeinsam mit ihrer Tochter wieder nach Hause zu fahren.

Nun stehen sowohl die türkischen Botschaftsmitarbeiter als auch das Außenministerium in ständigem Kontakt mit den norwegischen Behörden, um auf dem aktuellen Ermittlungsstand zu sein.

Die Türkei hat die beiden Attacken, die mehr als 90 Menschen das Leben kosteten, scharf verurteilt und die Internationale Gemeinschaft zur Geschlossenheit gegen solche Terroraktivitäten aufgerufen. Auch der türkische Premier  Recep Tayyip Erdoğan kondolierte. Er wandte sich bereits am Samstag an seinen norwegischen Amtskollegen Jens Stontenberg, um sein tiefes Mitgefühl und seine Solidarität mit der norwegischen Bevölkerung zum Ausdruck zu bringen.

Mehr hier.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.