Attentäter von Norwegen: Auch Anschlag auf Angela Merkel geplant?

Medienberichten zufolge hatte Anders Behring Breivik auch die Bundeskanzlerin im Visier. Besonders die Migranten-freundliche Politik und ihr Einsatz für den "furchtbaren EU-Vertrag" stießen ihm sauer auf.

In dem 1500-Seiten Manifest, welches Anders Behring Breivik kurz vor seiner Tat im Internet veröffentlichte, finden sich Hinweise darauf, dass der Attentäter von Norwegen sich intensiv mit der europäischen Politik beschäftigt hat. Auch gegen die deutsche Kanzlerin wetterte er. Allgemein nannte er in seinem Manifest aber auch die SPD, die Linke und die Grünen als mögliche Anschlagsziele.

Mehrere europäische Staatenlenker und Politiker wie Nicolas Sarkozy, Tony Blair, Manuel Barroso, Frank-Walter Steinmeier, David Miliband oder Gordon Brown kommen bei Breivik schlecht weg. Zitate wie: „Nur ein deutlicher politischer Wechsel wird Großbritannien, Deutschland oder Frankreich vor Terroranschlägen schützen können“ oder „Wenn man sich entschließt zu streiken, ist es besser zu viele als zu wenige zu töten. Ansonsten riskiert man es, dass die ideologischen Auswirkungen des Streiks geringer ausfallen, als gewünscht“ zeugen von seinem tief sitzenden Haß gegen die bestehenden Strukturen. Besonders stören Breivik an Angela Merkel ihre Einwanderungspolitik und ihr Einsatz für den „furchtbaren EU-Vertrag“. Andererseits schien er auch Sympathie für sie zu hegen. An einer Stelle im Dokument bezeichnet er Merkel als „den am wenigsten üblen Staatenlenker Europas“.

Die „Wiener Schule der Gedanken“, die sich gegen Multikultur and die Verbreitung des Islam richtet, war ein Vorbild von Breivik. Wichtiger Bezug für die Islamgegner ist die zweite Wiener Türkenbelagerung 1683. Damals, so die Gruppe, wurde Europa vor der muslimischen Gefahr gerettet, die auch heute noch bestehe. Damals habe man sich gegen die Türken gewehrt und heute müsse man den Islam abwehren.

„Das größte (Nazi-)Monster seit dem Zweiten Weltkrieg“

Die Anschläge in Norwegen waren von langer Hand geplant, das zeigt ein 1500-seitiges Onlinedokument, das auf den Attentäter von Norwegen zurückgeführt wurde. Der Name des e-books: „2083. A European Declaration of Indepence“(2083: Eine europäische Unabhängigkeitserklärung“). Sogar seine Präsenz in den Medien nach dem Massaker hat sich Anders Behring Breivik ausgemalt:

„Wie auch immer, nachdem ich ihren schlimmsten Albtraum darstelle (systematische und organisierte Exekutionen von multikulturellen Verrätern), werden sie mir wohl das komplette Propaganda-Vergewaltigungs-Paket anhängen und folgende Anschuldigungen vorbringen: pädophil, an inzestiösen Aktivitäten beteiligt, homosexuell, ein Psycho, ADHS krank, ein Dieb, ungebildet, ein Inzestkind, verrückt, wahnsinnig, ein Monster etc. Ich werde als das größte (Nazi-)Monster seit dem Zweiten Weltkrieg präsentiert werden.“

Anders Breivik alias Andrew Berwick besuchte auch die Türkei

Das Online-Buch ist mit dem Namen Andrew Berwick unterschrieben, aber an einer Stelle im Text wird offenbart, dass es sich dabei um die englische Version des Namens Anders Breivik handelt. Die Polizei hat bislang nicht bestätigt, dass Breivik das Dokument geschrieben hat, aber laut seinem Anwalt hat er seit Jahren daran gearbeitet.

Breivik hat über 20 Länder besucht, darunter auch die Türkei, wie aus dem e-book nachzuvollziehen ist: „Ich hatte das Privileg folgende Länder kennenzulernen“, schreibt er, gefolgt von einer Auflistung der Länder Schweden, Dänemark, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Polen, Belarus, Frankreich, Österreich, Ungarn, Kroatien, Litauen, Estland, Lettland, Spanien, Zypern, Malta, USA, Türkei, Mexiko, China, Nigeria, Cote d’Ivoire und Liberia.

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