Selbstmordserie in Ankara: Kannten sich die Toten von Facebook?

Die türkische Hauptstadt Ankara wurde in der vergangenen Woche von einer Selbstmordserie erschüttert. Fünf Menschen nahmen sich das Leben. Die Polizei glaubt an einen Zusammenhang und fahndet auf Facebook.

Indem sie selbst Facebook-Acounts anlegten, fanden die zuständigen Ermittler heraus, dass die Opfer innerhalb des Sozialen Netzwerks offenbar miteinander bekannt waren. Jetzt geht es darum herauszufinden, ob sie dort von irgendjemandem in den Selbstmord getrieben wurden. Und ob sie sich eventuell sogar persönlich gekannt hatten. Denn wie die Familien und Freunde aussagten, habe es im Vorfeld bei keinem der Toten Anzeichen für einen bevorstehenden Selbstmord gegeben.

Erst im vergangenen April fand die Polizei vier Leichen in einem luxuriösen Gartenhaus in der Provinz Kahramanmaraş. Alle vier hatten sich erhängt. Die Polizei ging damals von einem Gruppenselbstmord aus. Noch immer wird über den Fall berichtet, jetzt allerdings von den jüngsten Ereignissen in Ankara überschattet. Auch hier gehen die Beamten, trotz der Tatsache, dass sich die Todesfälle an unterschiedlichen Tagen ereigneten, von einer Verbindung aus. 20 Personen wurden bereits befragt.

Einige der Toten hatten psychische Probleme

Die ungewöhnliche Selbstmordserie begann mit einer 61-jährigen Frau, die aus dem zehnten Stock eines Apartment-Gebäudes sprang. In ihrem Fall wird davon ausgegangen, dass der Selbstmord in Zusammenhang mit psychologischen Problemen stand. Bereits am nächsten Tag sprang eine 38-jährige Frau aus dem fünften Stock eines Wohnhauses im Stadtteil Eryaman. Kurz nach den beiden nahm sich ein 19-jähriger Junge das Leben. Er erhängte sich im Kohlenkeller seines Hauses. Wie sein Bruder später berichtete, hatte der Verstorbene keinerlei psychische Probleme. Doch die Serie riss nicht ab. Wenig darauf wurde der Polizei der Fall eines 47 Jahre alten Mannes gemeldet, der tot im Haus seines Bruders aufgefunden wurde. Er wiederum, so gab seine Familie an, litt unter keiner guten geistigen Verfassung. Zuletzt wurde dann eine obdachlose Person tot in einem tiefen Graben in Ulus gefunden. Auch hier gehen die Beamten von Selbstmord aus.

Die Fahndung auf Facebook läuft derzeit auf Hochtouren. Auch andere Soziale Netzwerke sind derzeit im Visier der Ermittler.

Mehr hier.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.